Designersteroide-Anabolika
Desoxymethyltestosteron (DMT)-Tetrahydrogestrinon(THG)
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Doping: Neue Designerdroge MONTREAL. Kanadische Dopingfahnder sind auf eine neue Designerdroge gestoßen, die nicht mit herkömmlichen Dopingkontrollen nachweisbar ist. Dies gaben Wissenschaftler der World Anti-Doping Agency auf einer Pressekonferenz bekannt. Bei dem Anabolikum handele es sich um Desoxymethyltestosteron (DMT). Es wurde in einer Postsendung nachgewiesen, die der kanadische Zoll bereits im Juni 2004 beschlagnahmt hatte. Erst durch eine anonyme E-Mail erfuhren die Dopingkontrolleure, dass die Probe ein bisher unbekanntes Anabolikum enthalten könnte. Fast ein halbes Jahr benötigten die Chemiker um die Substanz nachzuweisen, die eine Variante von Methyltestosteron ist. Um zu DMT zu gelangen seien mehrere Schritte notwendig. Dies zeigt nach Auskunft der Wissenschaftler den hohen Standard der illegalen Labors, die vor allem im US-Staat Kalifornien vermutet werden. Dort wurde im Sommer 2003 das BALCO-Labor ausgehoben, wo das Anabolikum Tetrahydrogestrinon erfunden worden war. Zu THG ist es nur ein einziger chemischer Syntheseschritt. Dennoch fiel auch diese Substanz durch das Raster der Drogenfahnder – bis ein anonymer Hinweis den Skandal aufdeckte. Drei US-Sportler und ein britischer Sprinter wurden daraufhin des illegalen Dopings überführt. Über die Verbreitung von DMT ist nichts bekannt. Die kanadischen Forscher haben jedoch eine Reihe von archivierten Urinproben untersucht und in keinem Fall DMT nachweisen können. Sie hoffen deshalb den Herstellern in diesem Fall zuvorgekommen zu sein. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT ONLINE 02.02.2005 FDA Statement |
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Tetrahydrogestrinon (THG): bisherige Erkenntnisse Hintergrund Dem amerikanischen Dopinganalyse Labor in Los Angeles wurde im Juni eine gebrauchte Spritze mit einer unbekannten Flüssigkeit zugesandt. Ein bisher anonym gebliebener Coach soll sie mit dem Hinweis gesandt haben, es handle sich dabei um ein bisher nicht nachweisbares anaboles Steroid, welches von einem Labor in San Francisco an verschiedene internationale Topathleten abgegeben werde. Beim Labor handle es sich um BALCo Laboratories, geleitet von Victor Conte (einem früheren Gitaristen in einer Rockband). Conte hatte bereits früher Schlagzeilen gemacht, da er eine Gruppe von Athletinnen und Athleten wie Marion Johnes, Barry Bonds oder Jason Giambi mit einem in seinem Labor entwickelten Supplement ZMA unterstützt. ZMA ist ein Sportsupplement mit Zink und Magnesium. Die Untersuchungen im Dopinganalyse Labor von Los Angeles zeigten, dass es sich bei der mysteriösen Substanz um Tetrahydrogestrinon (THG), ein bisher unbekanntes Steroid auf der Basis von Gestrinon handelte. Das Labor entwickelte darauf eine Nachweismethode für Urinproben und schaltete die amerikanische Anti-Doping Agentur (USADA) ein. Der Verdacht gegen BALCO und Victor Conte erhärtete sich, so dass die Bundesbehörden im September das Labor überraschend überprüften. Das Ergebnis davon ist noch nicht bekannt. Was sind Gestrinon und THG? THG ähnelt in seiner chemischen Struktur den beiden Anabolika Gestrinon und Trenbolon. Alle anabol androgenen Steroide (AAS) leiten ihre chemische Grundstruktur vom männlichen Sexualhormon Testosteron ab (mehr über Wirkungen und Nebenwirkungen von Anabolika). Trenbolon ist ein altbekanntes und wirksames Anabolikum. Seine muskelfördernde Wirkung ist zehn- bis fünfzehnmal stärker als die von Testosteron. Das Gleiche gilt jedoch auch für die Nebenwirkungen. Dazu zählen Herzprobleme, Leberschäden sowie die "Vermännlichung" von Frauen. Trenbolon vermag auch die Nieren anzugreifen. Die chemischen Strukturen von Testosteron und Trenbolon sind: Gestrinon wurde als AAS namentlich in die neue Dopingliste der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) für das Jahr 2004 aufgenommen. THG ist namentlich nicht erwähnt, fällt aber unter den Begriff der "analogen Substanzen". THG kann relativ leicht durch Reduktion aus der Grundsubstanz Gestrinon hergestellt werden. Die chemischen Strukturen von Gestrinon und THG sind: Was ist die medizinische Anwendung von Gestrinon? Gestrinon fand 1978 Eingang in die medizinische Literatur (unter dem Namen R2323). Ursprünglich wurde Gestrinon als orales Verhütungsmittel (Kontrazeptivum) vorgestellt. Den bereits bekannten Ovulationshemmern war es insofern überlegen, als es nur einmal wöchentlich eingenommen werden musste. Gestrinon ähnelt dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron, ist aber von der Hauptwirkung her ein Anti-Progestagen. Heute wird Gestrinon zur Hauptsache zur Behandlung der Mastopathia cystica fibrosa, von hormonell bedingten Brustschmerzen sowie zur Therapie der Endometriose (Verwachsungen der Gebärmutter) eingesetzt. Letzteres stellt die Hauptindikation für den Einsatz von Gestrinon dar. Als Kontrazeptivum wird Gestrinon nicht mehr verwendet. Weil Gestrinon dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron ähnelt, kommt es zu entsprechenden Nebenwirkungen: fettige Haut, Akne, Gewichtszunahme, vermehrte Behaarung an unerwünschten Stellen, ganz selten zu einer tieferen Stimme. In der Schweiz ist Gestrinon unter dem Handelsnamen NemestranÒ zugelassen. Wieso gilt THG als "Designer-Steroid"? Für ein Labor ist es relativ einfach, aus bekannten anabol-androgenen Steroiden (AAS) durch verschiedene Syntheseschritte, neue, bisher nicht bekannte Steroide herzustellen. In der Dopingbekämpfung werden die Urinproben mittels sogenannter Screeningmethoden auf die verbotenen Substanzklassen untersucht. Falls eine Probe verdächtig ist, wird sie nochmals aufgearbeitet und gezielt auf die vermutete Substanz untersucht. Bei den AAS ist die Screeningmethode eine Kombination aus einer chromatographischen Methode zur Auftrennung des Substanzgemisches (i.d.R. Gaschromatographie) und einer Massenspektroskopie, mit der die aufgetrennten Substanzen identifiziert werden. Ein "Designer-Steroid" wird nun aus einer bekannten Grundsubstanz derart hergestellt, dass die Wirkung ähnlich bleibt oder sogar verbessert wird, die Substanz aber nicht automatisch mit den bestehenden Screeningmethoden gefunden wird. Da AAS (wie zum Beispiel auch Stimulanzien) relativ leicht aus Grundsubstanzen hergestellt werden können, ist zu befürchten, dass es weltweit mehrere Labors gibt, die derartige Substanzen gezielt für den Schwarzmarkt oder den Fitness- und Body-Building Bereich herstellen. Im Internet können Firmen gefunden werden, die in eigenen Labors verschiedene AAS in grösseren Mengen synthetisieren und anbieten. Wie kann ein "Designer-Steroid" nachgewiesen werden? Prinzipiell sind zwei Möglichkeiten gegeben: Einerseits dadurch, dass jemand das Produkt an ein Labor sendet und ihm so ermöglicht, die Testverfahren anzupassen. Andererseits können einem Labor aber auch Unregelmässigkeiten bei den Urinproben auffallen, oder es werden Gerüchte über eine neue Substanz laut. Daraufhin werden diese Urinproben näher erforscht, der Grund für die Unregelmässigkeiten entdeckt. Die für die Dopinganalytik akkreditierten Labors sind verpflichtet, ihre Erkenntnisse möglichst rasch auch allen anderen Labors mitzuteilen. Dazu werden Proben der neuen Substanz und die detaillierten Analysenverfahren weitergegeben. Hat THG eine leistungssteigernde Wirkung? Es gibt heute noch keine wissenschaftliche Untersuchungen über die leistungssteigernde Wirkung von THG. Ausgehend vom Wirkungsmechanismus bei Gestrinon kann aber vermutet werden, dass THG keine grosse anabole Wirkung hat. Die Aussage, dass einige Tropfen THG unter die Zunge gegeben einen Leistungsschub bewirken, muss klar in Zweifel gezogen werden. Es ist eher zu vermuten, dass THG eher einen psychologischen, denn einen anabolen Effekt hat. Es kann aber auch sein, dass THG (eventuell angewendet zusammen mit dem nicht nachweisbaren Wachstumshormon HGH) die Regeneration bei starken Trainingseinheiten oder bei Wettkämpfen in dichter Folge beschleunigt. Wie gross ist der Skandal um THG? Das Ausmass des neusten Dopingskandals ist noch nicht abzuschätzen. Vermutlich wird er sich aber auf die Athletinnen und Athleten beschränken, die im Kontakt mit dem BALCO Labor waren oder von Victor Conte beraten wurden. Bisher sind vier Namen bekannt, bei denen THG angeblich gefunden wurde: Regina Jacobs, amerikanische 1500m Läuferin. Sie lief letzten Februar im Alter von 39 Jahren als erste Frau die Indoor 1500m unter vier Minuten. Kevin Toth, amerikanischer Kugelstosser. John McEwen, amerikanischer Hammerwerfer. Dwain Chambers, britischer 100m Europameister. Wie reagiert die internationale Sportwelt auf THG? Das Zusammenspiel zwischen dem Labor in Los Angeles, der USADA und der WADA hat sehr gut funktioniert. Dies ist ein Versprechen für die Zukunft. Derartige Vorkommnisse können mit den heutigen Kontrollmechanismen kaum mehr unter den Tisch gewischt, oder in einem nationalen Verband unter Verschluss gehalten werden. Die Reaktionen in Amerika zeigen, dass der Druck auf die fehlbaren Athletinnen und Athleten sowie auf ihre Verbände enorm viel grösser ist, als dies noch vor einigen Jahren denkbar war. Die WADA hat alle verantwortlichen Anti-Doping Organisationen aufgerufen, noch in den Labors vorhandene A-Proben auf THG zu untersuchen. Wie reagiert die Fachkommission für Dopingbekämpfung von Swiss Olympic (FDB)? Die FDB hat beschlossen, dass mit den noch im Labor in Lausanne eingefrorenen, bereits analysierten, A-Proben gezielte Nachanalysen stattfinden sollen. Zudem sollen ab sofort alle eingehenden Dopingproben auf THG untersucht werden. Das Labor in Lausanne wird nach Erhalt der Analysenvorschriften und THG-Proben in zwei bis drei Wochen in der Lage sein, THG nachzuweisen. Beitrag von Dr. phil. nat. Matthias Kamber und Dr. med. Bruno Müller (27.10.2003) Sportwissenschaftliches Institut Bundesamt für Sport 2532 Magglingen ++41 +32 327 63 22 dopinginfo@baspo.admin.ch http://www.dopinginfo.ch/de/media/media-de.php?articleID=294 Marion Jones beschuldigt: Doping: Olympia
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Handbuch Medikamente. Doping, von der Analyse zur Prävention Hormon Report.
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