INSULIN

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Insulin      Insulin-ähnliche Wachstumsfaktoren (IGFs)



Missbrauch: Doping mit Insulin

 London – Das Hormon und Diabetiker-Präparat Insulin entdecken zunehmend auch Sportler für sich, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Dies berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf eine Studie im "Journal of Endocrinology". "Es gibt keinen klaren Beweis für diesen Missbrauch", sagt Peter Sonkens vom St. Thomas Hospital in London. Aber wenn man den Gerüchten glaube, sei es üblich mit Insulin zu dopen. Die Sportler bekämen das Hormon meist von Freunden, die unter Diabetes leiden, so der Forscher. So kann Insulin beispielsweise die Ausdauer von Mittelstreckenläufern fördern. Denn nach den Worten des Wissenschaftlers ermöglicht es den Sportler, die Muskeln mit Glykogen zu beladen. Und Glykogen wirke beim Laufen quasi als "Brennstoff". Bodybuilder könnten die Muskel stärkende Wirkung von Insulin nutzen. Außerdem baue sich Insulin im Körper innerhalb weniger Minuten ab, und kann somit in Dopingkontrollen nicht nachgewiesen werden. Die falsche Anwendung von Insulin kann jedoch tödlich sein. Eine Überdosis des Hormons entzieht dem Blut soviel Zucker, dass das Gehirn nicht mehr mit Energie versorgt wird. netdoctor10. August 2001


Immer mehr Bodybuilder mißbrauchen Insulin als Dopingpräparat

Insulin als Dopingpräparat für Bodybuilder? Ein entsprechender Bericht britischer Ärzte, der kürzlich veröffentlicht worden ist, wird durch die Erfahrungen des Münchener Endokrinologen Privatdozent Christian Strasburger bestätigt. Strasburger berichtet davon, daß er in der Münchener Notaufnahme bereits Bodybuilder behandelt habe, die zugegeben hätten, sich die anabole Wirkung des Insulins zum Aufbau ihrer Muskelpakete nutzbar zu machen. "Offensichtlich gibt es einen Mißbrauch des Insulins zum Zwecke des Körpermassenzuwachses", so Strasburger. Zahlen über die Häufigkeit sind nicht bekannt. Insulin induziert eine Stimulation anaboler Stoffwechselwege wie die Glykogensynthese, die Lipidsynthese und die Proteinsynthese. Ob Insulin auch leistungssteigernd wirkt, ist umstritten. Professor Klaus Müller, Leiter des Instituts für Dopinganalytik und Sport-Biochemie in Kreischa, bezweifelt das. Trotzdem, so ist auch Müller überzeugt, wird Insulin zu diesem Zwecke mißbraucht. Daher habe man die Substanz vor drei Jahren auf die Liste der verbotenen Doping-Präparate gesetzt. Doch Insulin ist leicht verfügbar. Damit sind auch Hausärzte in Gefahr, von geschickten Dealern oder Dopingkonsumenten hinters Licht geführt zu werden. Athleten könnten aufgrund der Verfügbarkeit schneller in Versuchung kommen, die Substanz zu mißbrauchen. Strasburger befürchtet, daß die Nebenwirkungen oft nicht bekannt sind: "Im Extremfall führt die Hypoglykämie zu Hirnschädigungen bis hin zum Tod." Auf Insulin wird im Hochleistungssport nicht getestet. Dabei wäre ein Nachweis leicht zu führen, meint Strasburger, der im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees auch ein Verfahren zum Nachweis von Wachstumshormonen entwickelt hat. Ausgangspunkt sei das Verhältnis von dem aus Pro-Insulin hergestellten Insulin und dem Fragment C-Peptid. "Wenn jemand reichlich Insulin von außen zuführt, dann hat er viel Insulin und kaum C-Peptid, und darüber müßte man das eigentlich gut nachweisen können. Dem Bericht der britischen Ärzte zufolge nutzen mittlerweile auch Ausdauersportler Insulin, um ihre Leistung zu steigern. Durch die Kombination von Insulin und Glykogen ließen sich die Energiereserven der Muskeln vor dem Wettkampf erhöhen. Eine leistungssteigernde Wirkung in diesem Bereich hält Strasburger für unwahrscheinlich, wenngleich er sie nicht ganz ausschließen kann. Von Pete Smith -Ärzte Zeitung, 04.10.2001


Körperliches Training: Kaffee ja, Insulin nein!


 Ein Mittel, das bei sportlicher Betätigung die Fettverbrennung anregt und dabei gleichzeitig die Ausdauer erhöht, ist wohl für Profi- und Amateursportler gleichermaßen attraktiv. Dass es sich dabei um den guten alten Kaffee handeln soll, kommt doch etwas überraschend. Das Australian Institute of Sport hat die Wirkung der schwarzen Bohne auf die Performance von Radfahrern getestet und festgestellt, dass die Athleten unter Koffein deutlich länger kräftig in die Pedale treten konnten - bereits bei einer kleinen Menge Kaffee um ein Drittel länger! Dabei wird offenbar vermehrt auf Fettspeicher als Energiequelle zurückgegriffen, während üblicherweise Kohlenhydrate als primärer Kraftstoff dienen.

Bedenken bezüglich des entwässernden Effektes von Koffein zerstreuen die Wissenschafter mit dem Hinweis, dass diese Wirkung erst ab einer hohen Dosierung auftritt. Um positive Effekte zu erzielen, genüge wahrscheinlich jedoch bereits eine Tasse Kaffee vor Beginn des Trainings. Wer nun aber glaubt, er könne es sich mit einem Cappuccino vor dem Fernseher gemütlich machen und so überflüssige Pfunde zum Schmelzen bringen, der irrt. Die Formel lautet nämlich: Kaffee + Ausdauertraining = Fettverbrennung!

Koma statt Wettkampftitel

Eine deutliche Warnung kommt hingegen aus England: Eine Fallstudie im "British Journal of Sports Medicine" berichtet von einem Bodybuilder, der bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Diagnose: Insulin-Missbrauch und daraus resultierender Unterzucker. Aufgrund fehlender Nachweisbarkeit im Dopingtest erfreut sich Insulin in der Kraftsportszene steigender Beliebtheit. Meist wird es in Kombination mit anabolen Steroiden eingenommen. Letztere führen zu vermehrtem Muskelaufbau, während Insulin über eine gesteigerte Glykogen-Einlagerung im Muskel für zusätzliche "Masse" sorgt.
Tatsächlich spielen diese "Athleten" ernsthaft mit ihrer Gesundheit, ja mit ihrem Leben. So kann durch das Überangebot an Insulin die körpereigene Produktion dieses Bauchspeicheldrüsenhormons gehemmt werden, was die Betroffenen zu Diabetikern macht. Während echte Patienten für den Einsatz von Insulin geschult werden, verhalten sich Bodybuilder eher wie Zauberlehrlinge. Gerade in Zusammenhang mit der vor Wettkämpfen üblichen Entwässerung wirken sich die Injektionen fatal aus: Sie führen zu lebensbedrohlichen Hypoglykämien (Unterzuckerung) mit möglicher Endstation Koma und Tod.(NetDoktor, 07.08.2003) -


Mit Manipulation zum Sieg? Kaum ein sportliches Großereignis bleibt von Dopingfällen verschont

Bei Kraftsportlern unterstützt Insulin die Wirkung von Anabolika wie Testosteron oder Wachstumshormonen, indem es den Muskelzuwachs sichert. Die Steroide bewirken das Dickenwachstum der Zellen; Insulin verhindert, dass die gewonnene Masse wieder abgebaut wird.

Mischinfusion soll Höchstleistungen vorgaukeln
Doch nicht nur Muskelmänner wissen das Hormon zu schätzen: Manche Mittelstreckler und andere Bahnläufer nutzen die ausdauerfördernde Wirkung. Möglicherweise nimmt auch gleich die Kraft zu – durch vermehrte Einlagerung von Glykogen in die Muskelzellen. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, spritzen die Sportler Insulin, Glukose und/oder Glykogen als Mischinfusion. Die Glukoseaufnahme in die Muskeln lässt sich so ums Zwölffache steigern. Der Weg zum optimalen Mischungsverhältnis dieses Cocktails ist eine mitunter lebensgefährliche Gratwanderung zwischen extremer Kraft und hypoglykämischem Koma.

Diabetiker aus Verwandtschaft versorgen mit Insulin
Ein niedergelassener Arzt in England hat untersucht, wie viele der von ihm betreuten 450 Sportler zur Insulinspritze greifen. Mehr als zehn (!) Prozent gaben einen Missbrauch zu. Den Stoff erhalten sie meistens von Diabetikern aus der Verwandtschaft.

Routinemäßige Tests – ein Muss
Seit 1998 führt das IOC (Internationales Olympisches Komitee) Insulin auf der Dopingliste. Allerdings werden derzeit (noch?) keine routinemäßigen Tests auf exogenes Insulin vorgenommen. Sportler mit Diabetes dürfen das Hormon selbstverständlich anwenden. Sie haben deswegen aber keinen Vorteil, da nur die richtige Insulin/Glukose-Mischung leistungssteigernd wirkt.

Radprofi Alberto Elli vom Team Telekom gefeuert
Wie weit Insulindoping in Deutschland verbreitet ist, lässt sich nur schwer einschätzen. Einige Notaufnahmen haben jedoch schon über Fälle berichtet, in denen sie hypoglykämische Bodybuilder nach Missbrauch zu versorgen hatten. Auch der ehemalige Radprofi Alberto Elli vom Team Telekom kam mit Insulin in die Schlagzeilen. Bei ihm wurden Spritzen mit Resten des Hormons sichergestellt. Er wurde gesperrt und fristlos gekündigt.

Bei Koma drohen bleibende Hirnschäden
Die Gefahren des Insulinmissbrauchs sind nicht unerheblich. Wird eine schwere Hypoglykämie ausgelöst, sagt dies noch nichts über den weiteren Verlauf: Durch die zerebrale Mangelversorgung sind Koma und bleibende Hirnschäden nicht auszuschließen.

Labortest kommt Betrügern auf die Schliche
Die in der Doper-Szene verbreitete Meinung, Missbrauch sei wegen der physiologischen Eigenschaften und der kurzen Halbwertzeit nicht nachweisbar, ist falsch. Wird reichlich Insulin von außen zugeführt, ist zwar viel Insulin, aber kaum C-Peptid nachweisbar. Das lässt sich labortechnisch durchaus verwerten.

Ärztliche Praxis/DiabetesPro.de   20.8.2002


Insulindoping-
Britische Ärzte berichten von einem glimpflich ausgegangenen Fall -
und warnen vor tödlichen Gefahren
.

Insulin könnte in Bodybuilder-Kreisen als Dopingmittel weiter verbreitet sein als bisher angenommen. Britische Ärzte, die Hinweise auf diese Verwendung gesammelt haben, weisen im Fachmagazin "British Journal of Sports Medicine" auf die möglicherweise tödlichen Folgen eines solchen Missbrauchs hin.
Der Fall eines gesunden jungen Bodybuilders, der bewusstlos in die Klinik eingeliefert wurde, ließ die britischen Ärzte Phil Evans und Richard Lynch vom Royal Infirmary in Hull aufmerken. Der Mann gab später zu, regelmäßig etwa dreimal die Woche Insulin in Kombination mit Steroiden einzunehmen, um seine Muskelmasse aufzubauen. Nach weiteren Nachforschungen vermuten die Mediziner, dass dieses Vorgehen unter Bodybuildern nicht ungewöhnlich ist.
http://bjsm.bmjjournals.com/ 2003
 



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