Doping
mit Wachstumshormonen jetzt nachweisbar
1999
Bisher konnte als Dopingmittel eingesetztes rekommbinantes menschliches
Wachstumshormon (r-HGH), nicht von hypophysärem ( natürlichem)
HGH (pit-HGH) unterschieden werden.Ein Immunessay schließt die Lücke.
Hypophysäres Wachstumshormon liegt in der Blutstrombahn in verschiedenen
Isoformen vor(22 kd-HGH u.a.).Assay-1 ermittelt die Isoform 22 kd-HGH,Assay-2
die gesamte HGH-Konzentration. Normalerweise liegt der Quotient aus gesamt-HGH
zu 22 kd-HGH zwischen 0,2 und 0,8 .Die Gabe des rekombinierten HGH (Doping) hebt die Fraktion des 22 kd-HGH an, der Quotient steigt auf
über 1,0.Bei Probandenuntersuchungen erwies sich der Test als sehr
zuverläßig - allerdings nur ,wenn er innerhalb von 36 Stunden
nach Injektion durchgeführt wird.
Literatur: Wu Z. et al.: Detection of doping with HGH.Lancet 353 (1999)
895
Totalrupturen fast nur bei degenerativen Veränderungen
1999
Sportler Sehnen-Riß aufgrund von Einnahme anaboler Steroide?
Freiburg (bd). Wenn Leistungs- und Freizeitsportler eine Sehnenruptur
bekommen, sollte auch an einen möglichen Zusammenhang mit Androgenen
und anabolen Steroiden gedacht werden. So berichtet Dr. Markus Morgenthaler
aus Freiburg über den Fall einer distalen Bizepssehnen-Ruptur nach
langjähriger Testosteronsubstitution infolge einer Geschlechtsumwandlung
(Z Orthop 137, 1999, 368). Der
42jährige Patient war mit dem rechten Arm an einem Türrahmen
hängengeblieben, und dabei war rechts die distale Bizepssehne gerissen.
Vorerkrankungen oder Beschwerden im Bereich des betroffenen Ellenbogens
wurden von dem Patienten verneint. Wie der Orthopäde ausführt,
habe im geschilderten Fall eine exzentrische Kontraktion des M. biceps
brachii den Riß verursacht. Ausgehend davon, daß bei Totalrupturen
fast immer degenerative Veränderungen am Sehnengewebe nachweisbar
seien, könne auch hier eine krankhafte Veränderung des Sehnengewebes
zu dem Riß geführt haben. Dies sei durch den histologischen
Befund mit fokal angedeuteten kalzifizierenden Degenerationsherden im Sehnengewebe
bekräftigt worden. Nachdem alle bekannten auslösenden Faktoren
für eine Sehnenschädigung ausgeschlossen werden konnten, ergab
die Anamnese, daß sich der Patient zwei Jahre vor der Ruptur einer
Geschlechtsumwandlung unterzogen hatte und seither mit Testosteron substituiert
wurde. Tierexperimentell sei belegt, daß Androgene den Kollagenanteil
der Sehnenmatrix schädigen können. Morgenthaler vermutet, daß
bei Sehnenrupturen von Leistungssportlern möglicherweise anabole Steroide
ursächlich sein können. Auch bei moderater Androgeneinnahme
wie im geschilderten Fall vermutet er einen solchen Zusammenhang.
Mehr zu Verletzungen
http://www.sportmedinfo.de/inhalt.html
Haaranalysen (Forensic science Int 101 (1999) 209-216)
Zwei Bodybuilder wurden von franz. Zollbeamten wegen Besitzes großer Mengen
anaboler Steroide festgenommen.2050 Tabletten Stanozolol,und Mesterolon,251
Ampullen Stanozolol,Testosteron,Metenolon und Nandrolon.Sie behaupteten diese
seien für den Eigengebrauch.In Urin - und Haaranalyse fand sich
Nandrolon,Stanozolol,Testosteron und deren Metaboliten,was für einen
chronischen Gebrauch sprach.Urinanalysen liefern nur
Momentaufnahmen.Haaranalysen könnten dagegen den chronischen Anabolika-Mißbrauch
dokumentieren.
Gendoping: Nach der Flut der Doping-Fälle im Umfeld der Olympischen Spiele in Sydney gibt es eine neue Horrorvision:
Das «Gendoping» und die fantastische Vorstellung vom geklonten Athleten-Monster. «Die Gentechnik könnte alles
überschatten, was wir gegenwärtig unter Doping-Gesichtspunkten diskutieren», sagte Thomas Bach,
Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), einmal. Das Damoklesschwert der modernen Wissenschaft
schwebt auch über dem Sport. Führende deutsche Genforscher erwarten allerdings nicht, dass der Vorstoß in die neue
Dimension der Leistungsmanipulation schnell gelingt. «Bei den
nächsten Olympischen Spielen wird es noch keine genmanipulierten Sportler geben», sagte Prof. Klaus Cichutek,
Vorsitzender der Kommission Gentherapie der Bundesärztekammer. Obwohl die drei Milliarden Bausteine des
in der Desoxyribonucleinsäure (DNA) gespeicherten Erbguts entschlüsselt sind, bleibt die Funktion der rund 100 000 Gene im
menschlichen Körper noch ein weitgehendes Rätsel. «Statt des (als Blutdopingmittel bekannte) EPO-Hormon könnte man das
den Stoff produzierende Gen in den Körper geben», erklärte Cichutek, «doch man weiß noch zu wenig darüber, wie es
physiologisch zu regulieren und wie lange es aktiv ist.» Und für
Doper sei es doch wichtig zu wissen, wann man den Stoff
absetzen muss. Außerdem gebe es momentan keine Medikamente, mit dem durch Gentransfer Krankheiten behandelt
werden. «Die Science Fiction ist noch nicht da, aber vielleicht gibt es sie eines Tages», sagt der Professor am
Paul-Ehrlich-Institut in Langen bei Frankfurt.(dpa, 04.10.2000)ol

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Allein im Jahr 1988 wurden laut Protokoll
der
Stasi-Kreisdienststelle Jena 60.000
Tabletten von der Anabolika-Substanz
»STS 646« vom Sportmedizinischen
Dienst der DDR bestellt.
Das reichte für
etwa 30.000
Behandlungstage an Leistungssportlern.
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