NESP

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(EPO)Berichte-Presse-News
 Übereinkommen gegen Doping  Straßburg/Strasbourg, 16.XI.1989
EPO-Berichte und News   EPO-Nachweis
Erythropoetin(EPO) Studien
    Blutersatzstoffe
Blutdoping
    Oxyglobin
Eigenblutspende

Praktische Höhenmedizin.
Two-in-one-edition.

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Erythropoese stimulierende Protein
(Novel Erythropoiesis Stimulating Protein: NESP)

Im newsletter 15/2001berichtet:
Ausblick-bald im Doping?? EPO und kein Ende? - Erythropoese stimulierende Protein
(Novel Erythropoiesis Stimulating Protein: NESP)

Derzeit wird ein neuartiges, hyperglykosyliertes und in dieser Form natürlicherweise nicht vorkommendes modifiziertes Molekül des rHuEPO entwickelt. Dieses noch nicht zugelassene, die Erythropoese stimulierende Protein (Novel Erythropoiesis Stimulating Protein: NESP) regt spezifisch die Bildung und Reifung der Erythrozyten an. Im Vergleich zum normalen Erythropoetin sind seine Halbwertszeit um das Dreifache und seine Clearance-Rate deutlich
verlängert. NESP wird z. Zt. in mehreren klinischen Studien bei Dialyse- und Tumorpatienten untersucht. Sein therapeutischer Einsatz könnte sich für den Patienten erheblich effektiver und einfacher gestalten, weil es infolge seiner Langzeitwirkung wesentlich weniger häufig appliziert werden muss. Aus Erythropoetin in der Onkologie : Dr. med. Hermann Dietzfelbinger, Dr. med. Fuat S. Oduncu M.A.phil. Medizinische Ringvorlesung bei GSK-MED  2001


Aktuell:Radprofis: Sportler mit neuem gefährlichen Stoff gedopt
Mailand (dpa) - Bei der diesjährigen Spanien-Rundfahrt sollen einige Radprofis ein neues, lebensgefährliches Blutdopingmittel eingesetzt haben. Das Erythropoetin (EPO) ähnliche Präparat "Nesp" sei bei Dopingkontrollen nicht nachweisbar, berichtete die Zeitung "La Gazzetta dello Sport" am Samstag. Das Blatt beruft sich dabei auf Recherchen des italienischen Fernsehsenders "Canale 5". "Nesp" sei 20 Mal stärker und wirke drei Mal länger als EPO, erklärte der Chefarzt des Mailänder "Maggiore"-Krankenhauses, Professor Giorgio Lambertenghi, gegenüber dem Fernsehsender. Die Einnahme des noch nicht frei auf dem Markt verkäuflichen "Nesp" könne lebensgefährlich sein, warnte der Mediziner. Erythropoetin (EPO) wird durch die Niere ausgeschüttet und bewirkt eine erhöhte Produktion von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und damit eine verbesserte Aufnahme von Sauerstoff. Gleichzeitig verdicken die roten Blutkörperchen das Blut und führen auf diese Weise zu einer erhöhten Thrombosegefahr. (ths)


Was ist Novel Erythropoiesis Stimulating Protein (NESP) ?  Pharmafirma AMGEN:
NESP ist derzeit nicht für die Onkologie zugelassen. Tierexperimentelle Daten zum Einsatz von NESP in der Onkologie konnten zeigen, dass eine Gabe vor Beginn einer Radiochemotherapie dem Entstehen einer Anämie wirksam vorbeugen kann. Derzeit liegen klinische Ergebnisse zum Einsatz von NESP bei Patienten mit soliden Tumoren, lymphoproliferativen Erkrankungen sowie bei Patienten mit chronischer Anämie vor. In mehreren Dosisfindungsstudien zeigte NESP eine dosisabhängige Anämiekorrektur und einen verringerten Transfusionsbedarf. Dabei erwies sich NESP sowohl bei einmal wöchentlicher Gabe als auch bei einer Gabe alle zwei bzw. alle drei Wochen als wirksam. Die Studie von Glaspy et al. belegt, dass die einmal wöchentliche Gabe von 2.25 µg/kg/w NESP hinsichtlich des Hämoglobin-Anstiegs der 3x wöchentlichen Gabe von 150 IU r-HuEPO vergleichbar war. Auch bei der Gabe von NESP 1x alle 14 Tage war die Wirksamkeit nicht herabgesetzt.


"Besser nachweisbar als EPO"   Doping-Experte Schänzer: NESP keine Wunderdroge
12.11.01 (dpa) - Für den Kölner Biochemiker Prof. Wilhelm Schänzer ist das neue Blut-Dopingmittel «Nesp» keine Wunderdroge. «Es ist vergleichbar mit EPO und vermutlich sogar besser nachweisbar», erklärte der Leiter des Instituts für Biochemie am Montag. Nach Schänzers Ansicht wird man bereits bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City (8. bis 24. Februar) das Erythropoetin (EPO) ähnliche Präparat analysieren können. «Es gehört zur gleichen Substanzgruppe wie EPO, ist aber durch die zusätzliche Einfügung weiterer Aminosäuren und einer zusätzlichen Zuckerkette in das Molekül noch leichter vom körpereigenen EPO zu unterscheiden», erläuterte Schänzer. Außerdem liege die Halbwertzeit des seit dem 1. Juni 2001 auf dem deutschen Markt verfügbare Nesp (Novel Erythrpoiesis Stimulating Protein) nach einer Injektion mit der Spritze bei 25,3 Stunden, während EPO eine von 8,5 aufweise. «Für den Doper ist die Einnahme von Nesp deshalb unsicherer, weil es länger im Körper nachweisbar ist», so Schänzer. «Nesp» regt wie EPO die Vermehrung der roten Blutkörperchen im Blut an, wodurch der Sauerstofftransport zu den Muskeln und damit die Ausdauerleistung des Athleten verbessert wird. Bei den Olympischen Spielen in Sydney wurde erstmals nach Blutdoping mit einem Blut-Urin-Test gefahndet. Ob die Einnahme des neuen Produkts «Nesp», das zur Behandlung von durch eine Nierenstörung hervorgerufene Blutarmut (Anämie) vorgesehen ist, für Athleten möglicherweise gefährlicher als EPO ist, kann laut Schänzer derzeit noch nicht gesagt werden. «Auf jeden Fall sind die Gefahren bei einer unkontrollierten Einnahme genauso groß wie bei EPO», meinte er. Zu den Risiken der EPO-Einnahme gehört vor allem die Thrombembolie (Gefäßverschluss). Zweifel hegt der Doping-Analytiker, ob «Nesp» eine größere Wirkung hat. «Es wäre eine gute Werbung für den Hersteller, aber ich glaube nicht, dass es so einfach ist.» Nach einem Bericht in der «La Gazzetta dello Sport» vom Wochenende, der sich auf Recherchen des italienischen Fernsehsenders «Canale 5» beruft, sollen bereits mehrere Radprofis bei der Spanien- Rundfahrt mit «Nesp» experimentiert haben. Der italienische Sportmediziner Pierluigi Fiorella hatte bereits beim diesjährigen Giro d´Italia Ende Mai über das neue Blutdopingmittel gesprochen.


NESP - wirksamer als EPO, aber wohl genauso gut nachweisbar

"Ein neues, lebensgefährliches Blut-Dopingmittel nimmt Einzug in den Profi-Radsport." So berichteten vor wenigen Tagen zunächst die italienische "Gazzetta dello Sport", der sich Publikumsmedien hierzulande rasch anschlossen. Das dem Erythropoetin ähnliche Präparat NESP sei bei Dopingkontrollen nicht nachweisbar, wirke dreimal länger als EPO und sei 20 mal potenter. Mehrere Profis hätten damit bei der Vuelta, der Spanienrundfahrt, experimentiert. "Novel Erythropoiesis Stimulating Protein", kurz NESP, ist eine neue, noch nicht zugelassene Substanz, die gezielt die Erythropoese stimuliert. Helfen soll das Präparat vor allem Patienten mit Anämie, Niereninsuffizienz und Krebs. Derzeit befindet sich NESP in klinischer Prüfung der Phase III und steht kurz vor der Markteinführung. Hersteller des Präparats ist das Unternehmen Amgen, nach eigenen Angaben die größte Biotech-Firma der Welt, die sich 1987 bereits das gentechnisch hergestellte Erythropoetin patentieren ließ, das 1989 erstmals zugelassen worden ist. Im Vergleich zu EPO besitzt NESP eine andere Aminosäuresequenz (fünf Aminosäuren wurden ausgetauscht), einen geringeren isoelektrischen Punkt, ein höheres Molekulargewicht und fünf statt drei stickstoffgebundene Zuckerketten. Die Hyperglykosylierung erhöht nach Angaben des Herstellers die Verweildauer von NESP im Serum und damit seine Wirksamkeit. Die Halbwertszeit für NESP - bei intravenöser Applikation etwa 25 Stunden, bei subkutaner Gabe 49 Stunden - lag in vergleichenden Studien zwei bis drei Mal höher als die von EPO. Die längere Halbwertszeit, so Professor Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in Köln, macht NESP im Körper natürlich auch länger nachweisbar als EPO. Der Dopinganalytiker ist überzeugt davon, daß die Kontrolleure schon bei den Olympischen Winterspielen von Salt Lake City (8. bis 24. Februar kommenden Jahres) die Substanz werden nachweisen können. Die Tatsache, daß NESP noch vor seiner offiziellen Markteinführung anscheinend schon auf dem Schwarzmarkt erhältlich ist, paßt in das Bild, daß dopingwillige Profis stets Mittel und Wege finden, gerade eingeführte Kontrollen zu unterlaufen. Zur Erinnerung: Ein zugelassenes Nachweisverfahren auf Erythropoetin (kombinierter Urin- und Bluttest) gibt es erst seit den Olympischen Spielen 2000 von Sydney. Seither hat EPO im Profisport an Bedeutung verloren. Von Pete Smith Ärzte Zeitung, 19.11.2001

Winterspiele vor größtem Doping-Skandal: Mühlegg unter Verdacht

Salt Lake City (dpa) - Die Olympischen Winterspiele stehen offenbar vor dem größten Doping-Skandal ihrer Geschichte. Der dreimalige Langlauf-Olympiasieger Johann Mühlegg steht unter dringendem Verdacht, das Blutdopingmittel Darbepoetin alfa benutzt zu haben.  Bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle am vergangenen Donnerstag wurde der Wahl-Spanier nach einer Mitteilung des spanischen Sportministeriums positiv getestet. Damit droht ihm möglicherweise die Aberkennung seiner am Samstag gewonnen Goldmedaille über 50 km. Im Falle einer Disqualifikation würden die zweit- und drittplatzierten Michail Iwanow (Russland) und Andrus Veerpalu (Estland) nachträglich Gold und Silber erhalten. Bronze bekäme der Norweger Odd-Björn Hjelmeset, der Oberhofer Andreas Schlütter würde auf Rang vier vorrücken. Die zuvor von Mühlegg erkämpften Olympiasiege über 30 km Freistil und im Verfolgungsrennen sind nach den Regeln nicht gefährdet. «Johann Mühlegg war völlig überrascht, hat aber gelassen reagiert», berichtete Juan Antonio Gómez Angulo, Staatssekretär für Sport, in der Nacht zum Samstag auf einer Pressekonferenz. Der 31- jährige «Juanito» habe das spanische Nationale Olympische Komitee (NOK) um Beistand gebeten. «Wir werden ihm helfen», sagte Angulo. Geschockt zeigte sich der deutsche Langlauf-Koordinator und ehemalige Mannschafts-Kollege, Jochen Behle. «Das haut mich vom Sockel. Ich bin total konsterniert», sagte Behle, der Mühlegg nach seinen ersten beiden Triumphen noch mit Ausnahmeathleten wie dem ehemaligen Rad-Star Eddy Merckxs verglichen hatte. Ähnlich fassungslos äußerte sich auch der dreifache Rodel-Olympiasieger Georg Hackl: «Das ist irre. Das kann ich nicht glauben.» Für den Chef de Mission Walther Tröger ist die unerfreuliche Neuigkeit «ein Schlag zum Ende der Spiele». Bei der Analyse der Mühlegg-Probe fanden die Kontrolleure das Blutdopingmittel Darbepoetin alfa, das auch unter dem Begriff NESP bekannt ist. Es ist vom Erythropoietin (EPO) abgeleitet, wirksamer, aber mit einer Halbwertzeit von 25,3 Stunden drei Mal so lange nachweisbar wie EPO. NESP hatte erstmals im Zusammenhang mit der Spanien-Rundfahrt für Radprofis im vergangenen Jahr für Aufmerksamkeit gesorgt. Darbepoetin alfa steht jedoch nicht explizit auf der Verbotsliste des IOC. Die Medizinische Kommission des IOC muss nun entscheiden, ob sie zu den EPO artverwandten Substanzen zu zählen ist. Mühlegg wurde von einer vom deutschen IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach geleiteten Kommission unmittelbar nach der Medaillen- Verleihung angehört. Endgültig wird über diesen vermeintlichen Fall das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Abschlusstag der Winterspiele entscheiden. Mühlegg startet seit Ende 1999 für Spanien, nachdem er 1998 im Unfrieden den Deutschen Skiverband (DSV) verlassen hatte. Auslöser war die so genannte «Spiritisten- Affäre» bei der WM 1995, in deren Folge er aus der deutschen Nationalmannschaft ausgeschlossen wurde. Vor seinem Olympiasieg über 50 km hatte es bei Mühlegg bereits Irritationen um die obligatorische Blutkontrolle gegeben. Der Weltmeister hatte nach dem Rennen zugegeben, dass die erste Probe leicht über dem erlaubten Grenzwert von 17,5 lag. Nach Angaben des Leiters des Büro Nordisch im Ski-Weltverband FIS, Bengt-Erik Bengtsson, sei daraufhin ein zweiter Test vorgenommen und ihm Grünes Licht für einen Start gegeben worden. Mühlegg hatte das erhöhte erste Ergebnis mit einer Spezial-Diät und Durchfall in der Nacht vor dem Rennen begründet. 24. Februar 2002


Betreuer waren Ex-ONCE-Arzt und Mapei-Masseur ---   Johann Mühleggs erfahrene Helfer  
Beim Thema Doping kann Radsport nicht weit sein, das gilt selbst für Olympische Winterspiele. Der in Salt Lake City des Dopings überführte Johann Mühlegg hat sich bei seinen Manipulationen auf bewährte Helfer gestützt, die im Radsport ihr dunkles Handwerk erlernt haben.  Der bayerische Spanier wurde erwischt mit dem neuen Medikament NESP, das bereits vor Monaten im Radsport Schlagzeilen machte. Bei der Spanien-Rundfahrt hatten zahlreiche Rennfahrer das Präparat verwandt, das ähnlich wie Erythropoetin (EPO) wirkt, dabei aber eine vielfache Wirkung hat. Nachweisbar in Dopingkontrollen ist NESP erst seit wenigen Wochen. Allerdings können Radprofis ruhig ihre Vorräte aufbrauchen, bisher kann in Europa nur das Labor in Oslo einen entsprechenden Test durchführen. Nicht nur das von Johann Mühlegg ("Warten wir die B-Probe ab") verwandte Dopingmittel kommt Radsportfreunden bekannt vor. Der Arzt des Skilangläufers ist kein Geringerer als der ehemalige Teamarzt des spanischen ONCE-Rennstalls, Nicolas Terrados, der im Festina-Prozess von Lille zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Mühleggs Masseur heißt Stefano Dei Cas und ist im Hauptberuf Betreuer beim italienischen Rennstall Mapei. 25.02.02
http://radsport-news.com


Terrados dementiert Kontakte zu Ski-Dopingsünder--
Fall Mühlegg: Weitere Verbindungen zum Radsport

26.02.02 (rsn) - Im Dopingfall des bayerischen Spaniers Johann Mühlegg, der bei den Winterspielen in Salt Lake positiv getestet worden war auf das EPO-ähnliche Präparat NESP, gibt es weiterhin Zusammenhänge mit dem Radsport.
Betreuer und Masseur des des Betrugs überführten Skilangläufers war der Italiener Stefano Dei Cas, im Hauptberuf Pfleger beim Mapei-Rennstall (RADSPORT-NEWS.COM berichtete). "Pfleger", mitunter recht schillernde Figuren, sind im Radsport seit jeher für allerlei zuständig, u.a. auch für die speziellere "Präparation" von Rennfahrern.
Der spanische Sportmediziner Nicolas Terrados, der als Teamarzt von ONCE 1998 in den Tour de France-Dopingskandal verwickelt war, hat gegenüber spanischen Zeitungen inzwischen bestritten, Arzt von Mühlegg gewesen zu sein. Wer aber nun den Allgäuer medizinisch betreut hat, ist ein Rätsel, das die spanischen Medien zu knacken versuchen. Dass - wie von Mühlegg behauptet - ein Olympiasieger gar keinen Arzt hat, glauben die allermeisten Experten nicht. Außer Terrados: Er halte dies durchaus für "möglich", sagte der im Festina-Prozess zu einer Geldstrafe verurteilte ehemalige ONCE-Arzt gegenüber der spanischen Tageszeitung El Mundo. Romingers Arzt bei Mühleggs Verband
Die katalanische Zeitung El Periódico berichtet unterdessen, Terrados habe dem spanischen Skiverband seinen Praxis-Partner Benjamin Fernandez als Verbandsarzt vermittelt. Und da schließt sich dann wieder der Kreis: Dieser Fernandez war dereinst auch im Radsport tätig; Bei den Rennställen "Clas" und später Mapei war er Teamarzt, als Tony Rominger dort erfolgreicher Kapitän war. Fernandez sagte El Periódico, er habe "niemals" den Deutschen mit spanischem Pass betreut. Mühlegg habe sein eigenes Betreuer-Team gehabt.


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Begleiterscheinung angesehen. Die Medien verurteilen gedopte Sportler, aber das Publikum verlangt nach immer neuen Rekorden und es geht um viel Geld. Der Sportjournalist Martin Krauss beschreibt die Geschichte des Dopings, informiert ausführlich über die Methoden des Dopinggebrauchs und untersucht die sportpolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte des Umgangs mit Doping.

Studie: Erythropoetin-Analogon Darbepoetin alpha
erhöht Streberisiko von Krebspatienten

26. Januar 2007 www.aerzteblatt.de

Los Angeles – Etwas versteckt in einer Pressemitteilung teilt der Hersteller Amgen die Ergebnisse einer größeren Studie mit, in der sein Produkt Aranesp®, ein Analogon des Hormons Erythropoetin, das Sterberisiko bei Krebspatienten erhöhte. 

Mit der Anemia of Cancer Study, einer randomisierten kontrollierten Phase-III-Studie mit etwa 1.000 Teilnehmern wollte Amgen die Indikation von Aranesp® auf die Behandlung einer tumorbedingten Anämie ausweiten. Bisher ist das Produkt mit dem Wirkstoff Darbepoetin alpha, das erste Erythropoetin-Analogon zur Behandlung der Anämie, bei Krebspatienten nur zur Behandlung einer chemotherapiebedingten Anämie zugelassen. Die beiden originären Hormonpräparate mit Erythropoetin-alpha oder -beta haben bereits eine Zulassung bei Tumoranämie, weshalb ein Negativergebnis einer Zulassungsstudie durchaus von medizinischem Interesse ist. Es ist nämlich anzunehmen, dass auch Aranesp – “Off-label” – in dieser Indikation eingesetzt wird. Nach unbestätigten Recherchen der Wirtschaftspresse sollen 10 bis 12 Prozent der Umsätze von Aranesp auf die Tumoranämie entfallen.

An der Anemia of Cancer Study nahmen Patienten teil, bei denen es infolge der Krebserkrankung zu einem Abfall des Hämoglobins auf 11 g/dl oder darunter gekommen war. Aus der Pressemitteilung geht hervor, dass die Gabe von Darbepoetin alpha den primären Endpunkt, die Rate von Bluttransfusionen am Ende der 16 Wochen Therapie, nicht signifikant verbesserte, was bereits eine Enttäuschung ist, denn zu diesem Zweck sollte das Medikamente eingesetzt werden.

Gravierender ist aber, dass es zu einem signifikanten Anstieg der Sterbefälle unter Darbepoetin alpha im Vergleich zum Placeboarm der Studie kam. Amgen kommentiert die Ergebnisse mit dem Hinweis, die Sterberate habe nicht zu den prädefinierten Endpunkten gehört, sodass eine Ungleichverteilung der Patienten zu Beginn der Studie als mögliche Erklärung des Ergebnisses nicht auszuschließen sei. Allerdings bleibt die Schlussfolgerung, dass das Risiko-Nutzen-Verhältnis für Aranesp bei dieser Indikation „bestenfalls neutral und vielleicht negativ“ ist. Dies könnte das Ende der Pläne bei dieser Indikation sein.

Die Firma kündigte an, dass zwei weitere große randomisierte kontrollierte Studien zum Einsatz von Aranesp fortgesetzt würden. In TREAT (Trial to Reduce cardiovascular Events with Aranesp Therapy) lässt die Firma den Einsatz bei Patienten mit Niereninsuffizienz untersuchen. RED-HF (Reduction of Events with Darbepoetin alfa in Heart Failure) hat den Einsatz bei der Herzinsuffizienz zum Gegenstand. 

Erst vor wenigen Wochen waren zwei weitere Negativ-Studien zu Erythropoetin-Präparaten publiziert worden. In der CHOIR-Studie endete der Versuch, den Hämoglobinwert bei Niereninsuffizienten mit Erythropoetin alpha auf 13,5 g/dl statt nur auf 11,3 g/dl anzuheben, mit einer Zunahme der kardiovaskulären Ereignisse (NEJM 2006; 355: 2085-2098). Zu einem ähnlichen, wenn auch nicht signifikanten Anstieg kam es in der CREATE-Studie. Hier war der Versuch unternommen worden, die Hämoglobinwerte von Niereninsuffizienten mit Erythropoetin beta zu normalisieren (NEJM 2006; 355: 2071-2084). © rme/aerzteblatt.de

Links zum Thema

Pressemitteilung von Amgen
http://www.amgen.com/media/media_pr_detail.jsp?year=2007&releaseID=954402

aerzteblatt.de (16.11.2006) Kardiale Risiken von Erythropoetin - Zielwerte für Hämoglobin zu hoch
/v4/news/news.asp?id=26423


Erneut FDA-Warnungen zu Erythropoese-stimulierenden Medikamenten nach Studienabbrüchen,

Schlüsselwörter: Erythropoese-stimulierende Medikamente, Epogen, Procrit, Aranesp, Darbepoetin alpha, Erythropoetin-Analogon, ESA, Anämie-Korrektur, Krebs, Blutarmut, Chronisches Nierenversagen, Dialyse, KHK, Herzinfarkt, Risiko, Erythropoetin, EPO, Zielwert für Hämoglobin ,Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien.  "Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA fordert in einem Public Health Advisory die Ärzte zu einem zurückhaltenden Einsatz von Erythropoese-stimulierenden Medikamenten (ESA) auf. Die Medikamente sollten nicht höher als unbedingt nötig zur Vermeidung zusätzlicher Bluttransfusionen dosiert werden. Beim Anheben des Hämoglobinwerts auf mehr als 12 mg/dl steige das Risiko kardiovaskulärer Komplikationen, heißt es in umrahmten Warnhinweisen in den Fachinformationen von Aranesp® , Epogen® (Epoetin alfa) und Procrit® (Epoetin alfa). Dort wird davor gewarnt, dass ESA bei Tumorpatienten unter Umständen die Tumorprogression fördert. Bei präoperativem Einsatz zur Vermeidung von Bluttransfusionen bei elektiven Operationen drohen nach Einschätzung der FDA vermehrt thromboembolische Komplikationen..."Mehr im DÄ... 12. März 2007