Der Siegeszug der "Muskelpillen"----Anabolika
(anabole Steroide)
Alle Anabolikapräparate, die im Sport Verwendung finden, gehen
auf das Testosteron, das männliche Geschlechtshormon zurück.
Beim Testosteron unterscheidet man eine androgene – die männlichen
Geschlechtsmerkmale beeinflussende – und eine anabole – stoffwechselbegünstigende
- Wirkung. Bei der Synthese der synthetischen Anabolikaprodukte hat man
deshalb versucht, die anabole Komponente zu betonen. Die androgene Wirkung
ließ sich allerdings bis heute nie ganz "unterdrücken".Ergebnis
des Anabolikadopings waren deshalb nicht selten Athletinnen mit sehr tiefer
Stimme und mehr oder minder starkem Bartwuchs. Gewünschte Effekte
des Dopings sind der verbesserte Eiweißaufbau in der Skelettmuskulatur
und die Verminderung des Körperfettanteils. Positiv für die sportliche
Leistungsfähigkeit ist aber auch die erhöhte Anzahl an roten
Blutkörperchen. Allgemein kann man sagen, daß eine regelmäßige
Einnahme von Anabolika bei weiblichen Athleten sehr viel stärkere
Leistungssteigerungen als bei männlichen hervorruft. Grund dafür
ist der 20 – 40 mal niedrigere Grundtestosteronspiegel im Blut der Frauen.Anabolika
wirken ausschließlich in Verbindung mit hartem körperlichen
Training und werden als Tabletten eingenommen oder gespritzt. Bekannte
Anabolikapräparate sind Stanozolol - Fall Ben Johnson -, Dianabol
und Nandrolon. Die Einnahme von Anabolika ist im Sport natürlich verboten,
mittlerweile können sie im Urin auch nachgewiesen werden.
Über die Wirksamkeit der anabolen Steroide gibt und gab es in
der Fachwelt sehr unterschiedliche Meinungen. Einige Wissenschaftler gehen
von einem reinen Placeboeffekt aus, andere vermuten eine starke Verbesserung
der Höchstleistungen in allen Kraft- und Schnellkraftsportarten. In
den 80er Jahren wurde sogar die Vermutung geäußert, daß
eine Teilnahme an einem 100m-Endlauf oder ein Sieg im Weitsprung bei wichtigen
Wettkämpfen nur mit Anabolikaeinnahme zu erreichen ist.
Fakt ist jedenfalls, daß einige Weltrekorde im Schwimmen oder
der Leichtathletik (vor allem bei den Damen) aus den 80er Jahren noch heute
gelten. Zudem gingen die Leistungen der AthletInnen in vielen Kraft- und
Schnellkraftsportarten nach Einführung der Trainingskontrollen auf
Anabolikamißbrauch deutlich zurück. Mehr als ein Indiz für
die Wirksamkeit der Anabolika.
Die regelmäßige Einnahme anaboler Steroide kann für
die AthletInnen sehr gefährliche Folgen haben. Verminderung der Spermienproduktion,
Unfruchtbarkeit und Hodenschrumpfung bei Männern , "vermännlichende"
Effekte wie tiefe Stimme, Bartwuchs oder Libidoveränderungen bei Frauen,
sind nur einige der bekanntesten Auswirkungen des Anabolikadopings. Darüberhinaus
hält man aber auch Lebertumore, Blutdruckerhöhungen, Halluzinationen,
Depressionen und Reizbarkeit für wahrscheinlich.
Der Siegeszug der "Muskelpillen"---Spezialfall Testosteron
Alternativ zu den eindeutig nachweisbaren Anabolikapräparaten
wird von den AthletInnen inzwischen oft Testosteron eingesetzt. 1984 erschien das Testosteron deshalb auf der Dopingliste des Internationalen
Olympischen Komitees (IOC) und gilt derzeit als eines der am häufigsten von Spitzensportlern verwendeten anabolen Steroide.
Nachweisbar wird der Mißbrauch des männlichen Geschlechtshormons
über die Bestimmung des Testosteron-Epitestosteron-Quotienten im Urin, wobei der Grenzwert für den Testosteron-Anteil – normalerweise
sind in etwa gleiche Mengen Testosteron und Epitestosteron im Urin vorhanden - auf 6:1 festgelegt wurde. "Opfer" dieser Methode
wurde 1998 auch Uta Pippig, lange Zeit die weltweite Marathonkönigin. Vor kurzem wurde sie – nach langen Diskussionen
- wegen Testosterondopings vom Deutschen Leichtathletikverband für zwei Jahre gesperrt.Unumstritten ist die Testmethode allerdings
nicht. Auf der einen Seite gibt es "natürliche" Gründe für
eine vermehrte Testosteron-Ausscheidung, - Uta Pippig nannte beispielsweise
das Absetzen der Pille als Ursache für die erhöhten Werte - andererseits
gibt es eine große Anzahl an Manipulationsmöglichkeiten.
Übrigens: bekannte Sportmediziner verwiesen die Erklärung von Uta
Pippig ins
Reich der Fabel.
Deca-Durabolin
- Nandrolon Decanoat Der
Fall Baumann
Deca Durabolin ist der Markenname von Organon für Nandrolon Decanoat.
Weltweit ist Deca eins der populärsten injizierbaren Steroide. Seine Popularität liegt wahrscheinlich an der Tatsache, daß Deca
bedeutende aufbauende Effekte mit minimalem androgenem Nebenwirkungen mit
sich bringt.Für viele das beste Steroid (Nutzen/Risiko). Deca wird allgemein
einmal pro Woche in einer Dosierung von 200-400mg eingespritzt. Bei dieser
Menge ist eine Östrogenumwandlung geringfügig, also ist Gynomastie
normalerweise kein Problem. Auch Probleme mit Leberenzymen, Blutdruck oder
den Cholesterinniveaus sind gering. Steroidanfänger erzielen mit 200
mg/W gute Ergebnisse und fortgeschrittene sollten ca. bis 400 mg /W gehen.
Bei hoher oder höherer Dosierung steigt das Risiko dann aber überproportional
an. In HIV studien ist nicht nur gezeigt worden, dass das Körpergewicht
von den Patienten stieg , sondern auch das Immunsystem gestärkt worden
ist. Aber vorsicht an die Wettkampfleute man kann Decas 1 Jahr nach absetzen noch nachweisen (wenn man denn will). Deca ist auch ein verhältnismässig
kostspieliges Steroid. 200mg von Deca kostet ca. 30 DM aufwärts auf
dem Schwarzmarkt, In Europe er slten anzutreffen ist die mexikanische Veterinärversion
Norandren 50 von Brovel. Dieses ist ein 50ml Phiole mit 50mg/ml. Labors Brovel hat jedoch Renommee für das Unterdosieren ihre Produkte
und d.h. das es ehr 35mg/ml sind. Extraboline und Deca-Durabolin aus
Griechenland sind im allgemeinen gut. Extraboline, ist etwas preiswerter
als Deca-Durabolin. Retabolil aus Bulgarien (" russisches Deca ") ist auch
ein gutes Produkt. Diese Ampullen kommen einzeln in einer Box in den Stärken
25mg und 50mg. Die Ampullen haben kein Band um den Ansatz und keine Rille zum brechen. Die größere Box kommt mit einer Feile
um die Ampullen zu öffnen. Die Ampullen gibt es mit verschiedenen
Beschriftungen, die erste ist eine leicht weg zu rubbelnde Schrift direkt auf dem Glas (rot/gelb)
und die andere ein einfacher Papieraufkleber mit grauem Text. Deca wird
leider auch in unzähligen Formen so gefälscht. Vorsicht sollte also
walten, wenn man dieses auf dem Schwarzmarkt kauft. Nebenwirkungen: Selten Gyneomastie ehr die üblichen Testosteron Nebenwirkungen wie
Steroidakne,
Bluthochdruck etc. Vorsicht ist bei blutenden Verletzungen geboten, da Deca die Blutgerinnung hemmt.
Neue Zahlen: Steigender Anabolika-Konsum in Fitness-Studios: Der
Anabolika-Konsum unter Freizeitsportlern steigt. Wie eine aktuelle Studie
ergab, schlucken rund 19 Prozent aller Fitness-Studio-Besucher Anabolika.
Die Medikamente stammen hauptsächlich vom Schwarzmarkt, zu knapp 20
Prozent wurden sie von Hausärzten verschrieben. In zehn Prozent der Fälle
waren die Trainer am Anabolika-Handel beteiligt. Das belegt die neue
Studie des Sportmediziners Carsten Boos und seiner Kollegen von der
Universität Lübeck. „Sollten die Zahlen auch nur zur Hälfte stimmen,
ist bei derzeit 3,5 Millionen registrierten Sportlern in Fitness-Studios
von 350 000 Anabolika-Konsumenten in Deutschland auszugehen“, sagte Boos
gegenüber NetDoktor. Die Wissenschaftler hatten in Deutschland über zwei
Jahre insgesamt 454 Frauen und Männer in 58 kommerziellen Sportstudios zu
Dopingmitteln befragt. 22 Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen
gaben zu, anabolwirkende Substanzen zu nehmen. Anabolika machen offenbar
langzeitabhängig: „75 Prozent derer, die sie einmal
genommen haben, nehmen sie immer wieder ein“, so Boos. Neben den
bekannten Nebenwirkungen anaboler Substanzen gebe es noch andere Gefahren:
Der Stoff vom Schwarzmarkt sei nicht immer so sauber wie der aus der
Apotheke, erklärten Experten. (netdoktor.de, 18.9.2000)mg
Ärzte Zeitung, 08.09.2000
Neue Untersuchung aus Großbritannien / Anabolika-Mißbrauch wird immer häufiger
-Wunsch nach Muskeln wird zur Sucht
London (ast). Der Wunsch nach einem muskelbepackten Körper und einem Waschbrettbauch
verleitet nach einer neuen Untersuchung aus Großbritannien immer mehr junge Männer zum
Mißbrauch von Anabolika. Laut Dr. Robert Dawson, einem Allgemeinarzt aus Rowlands
Gill, sind Anabolika heute bereits nach Haschisch und Amphetaminen die am dritthäufigsten verwendeten
Präparete.
Dawson stellte bei einer internationalen Sportmedizinkonferenz in London seine eigene Untersuchung
vor. Von 1000 befragten Kindern und Jugendlichen gaben 63 zu, bereits mindestens einmal Anabolikaangeboten bekommen zu haben. 26 Jugendliche sagten, sie hätten bereits selbst Anabolika
genommen, "um mehr Muskeln zu entwickeln". Nur Haschisch und Amphetamine seien in der
Kontrollgruppe noch weiter verbreitet gewesen, so Dawson. Der Allgemeinmediziner arbeitet in der nordenglischen Region Tyne and Wear an einem Projekt mit, bei
dem Drogenabhängige kostenlos und anonym ihre benutzten Spritzen gegen neue umtauschen
können. Etwa 400 Patienten nehmen diese Möglichkeit in Anspruch, etwa 70 davon injizieren
regelmäßig Anabolika. Dawson berichtete auf der Konferenz, daß heute bereits 15jährige damit
beginnen, sich Anabolika zu injizieren. "Diese jungen Männer haben ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper", urteilt der Allgemeinarzt.
"Die Lifestyle-Magazine haben daran eine große Mitschuld. Sie zeigen den Heranwachsenden ständig
Frauen, die zu dünn sind, und Männer, deren Muskelpakete in keiner Proportion mehr zum restlichen
Körper stehen!" Dawson verglich die Muskelsucht bei jungen Männern mit der Anorexie bei Frauen.
Der Mediziner warnte vor dem Fehlschluß, Anabolika seien der schnelle Weg zu einem muskulösen
Körper.
Vielmehr sei bekannt, daß der Mißbrauch dieser Stoffe Krebs, Herzleiden, Stimmungsschwankungen und Impotenz auslösen könne.
Hormon Testosteron verlangsamt den Knochenabbau beim Mann
Alternde Männer ab 50 können den altersbedingten Knochenabbau mit dem Hormon Testosteron verlangsamen, so berichtet „Die Welt“. Laut einer Studie an der Mayo-Clinic in Rochester (USA) unter der Leitung des Marburger Wissenschaftlers Lorenz Hofbauer müsse jeder achte Mann über 50 bis zu seinem Tode mit Knochenbrüchen aufgrund des Abbaus von Knochenmaterial rechnen. Bisher waren Mechanismen einer Therapie mit männlichen Geschlechtshormonen unbekannt.
(bs) 13.1.2001
Oxandrolon als Doping beliebt----Was ist das für eine Substanz? / Hochspringerin erwischt
NEU-ISENBURG (ug). Oxandrolon ist ein anaboles Steroid, das zwar auf der Dopingliste steht, das
aber erst jetzt, seit die Hochspringerin Amewu Mensah des Dopings überführt worden ist, in die Diskussion geraten ist.
Als Medikament ist Oxandrolon zum Beispiel in den USA, Japan, Argentinien und Italien auf dem Markt. Das Mittel wird vor allem zur Behandlung von Kindern mit verzögertem Längenwachstum oder mit Duchenne-Muskeldystrophie sowie bei Frauen mit Osteoporose eingesetzt.
Als Dopingmittel wird es in der Schwarzmarkt-Literatur als besonders effektiv für Frauen empfohlen, denn es habe kaum virilisierende Nebeneffekte. Die Kaftwerte nähmen zu, aber die Muskelmasse vergrößere sich nicht. Oxandrolon sei als "sehr mildes und leichtes androgenes Steroid" bei Tausenden von Männern und Frauen beliebt, heißt es zum Beispiel auf einer Chat-Seite von Bodybuildern. Es sei ideal für alle Anabolika-Interessenten mit Hypertonie-Risiko. Ärzte Zeitung, 25.07.2001
Totalrupturen fast nur bei degenerativen Veränderungen 1999
Sportler Sehnen-Riß aufgrund von Einnahme anaboler Steroide?
Freiburg (bd). Wenn Leistungs- und Freizeitsportler eine Sehnenruptur bekommen,
sollte auch an einen möglichen Zusammenhang mit Androgenen und anabolen
Steroiden gedacht werden. So berichtet Dr. Markus Morgenthaler aus Freiburg über
den Fall einer distalen Bizepssehnen-Ruptur nach langjähriger
Testosteronsubstitution infolge einer Geschlechtsumwandlung (Z Orthop 137, 1999,
368). Der
42jährige Patient war mit dem rechten Arm an einem Türrahmen hängengeblieben,
und dabei war rechts die distale Bizepssehne gerissen. Vorerkrankungen oder
Beschwerden im Bereich des betroffenen Ellenbogens wurden von dem Patienten
verneint. Wie der Orthopäde ausführt, habe im geschilderten Fall eine
exzentrische Kontraktion des M. biceps brachii den Riß verursacht. Ausgehend
davon, daß bei Totalrupturen fast immer degenerative Veränderungen am
Sehnengewebe nachweisbar seien, könne auch hier eine krankhafte Veränderung
des Sehnengewebes zu dem Riß geführt haben. Dies sei durch den histologischen
Befund mit fokal angedeuteten kalzifizierenden Degenerationsherden im
Sehnengewebe bekräftigt worden. Nachdem alle bekannten auslösenden Faktoren für
eine Sehnenschädigung ausgeschlossen werden konnten, ergab die Anamnese, daß
sich der Patient zwei Jahre vor der Ruptur einer Geschlechtsumwandlung
unterzogen hatte und seither mit Testosteron substituiert wurde.
Tierexperimentell sei belegt, daß Androgene den Kollagenanteil der Sehnenmatrix
schädigen können. Morgenthaler vermutet,
daß bei Sehnenrupturen von
Leistungssportlern möglicherweise anabole Steroide ursächlich sein können.
Auch bei moderater Androgeneinnahme wie im geschilderten Fall
vermutet er einen solchen Zusammenhang.
Doping-tour de France 2002
Rumsas-Frau mit 37 verschiedenen Medikamenten
12.09.02 (rsn) - Wenn man vom Zoll mit einem Kofferaum voller
Dopingprodukte gestoppt wird und man sagt, das alles sei "für die
Schwiegermutter", ist das nie sonderlich glaubwürdig. Im Falle der am 28.Juli
verhafteteten Ehefrau des Tour de France-Dritten Raimondas Rumsas um so mehr,
als sie nicht weniger als 37 verschiedene Medikamente durch die Gegend fuhr, wie
die Pariser Sportzeitung L'Equipe am Donnerstag aufzählt.
Unter den Medikamenten, die Edita Rumsas am Schlusstag der Tour de France von
Frankreich nach Italien, wo die Familie ein Haus hat, bringen wollte, waren
neben erlaubten Vitaminpräparaten insbesondere Dopingprodukte wie Anabolika,
Kortikoide und Wachstumshormone. Gegen die 28-jährige Mutter dreier Kinder läuft
in Frankreich ein Strafverfahren. Die Ehefrau des litauischen Lampre-Rennfahrers
sitzt seit ihrer Verhaftung in Untersuchungshaft. Mehrere Anträge auf
Freilassung gegen Kaution wurden abgelehnt. Sie steht unter Verdacht,
organisierten Handel mit Dopingprodukten betrieben zu haben. Ihr drohen im Falle
einer Verurteilung bis zu sieben Jahre Haft. Raimondas Rumsas weigert sich, nach
Frankreich zu reisen, weil er befürchtet, dort ebenfalls verhaftet zu werden. Er
beteuert, nie gedopt zu haben und verweist auf die "negativen" Ergebnisse seiner
Dopingkontrollen.
Die Liste der 37 verschiedenen Produkte:
- Fläschchen Norditropin penset 24 (Wachstumshormone)
- Fläschchen TAD 600
- Fläschchen Norditropin
- Injektion Actrapid Novolet (Insulin)
- Drei Fläschchen Actovegin
- Eine Packung Spascupreel
- Eine Packung Albumine 20%
- Drei Packungen Testis Compositum (Hormonextrakte)
- Eine Packung Ubichinon Compositum (Ko-Enzym Q)
- Zwei packungen Thyreoida Compositum (Hormonektrakt)
- Drei Ampullen Ketonal
- Zwei Ampullen Koffein
- Eine Ampulle Celestone (Entzündungshemmend)
- Ampulle Benexol B12 5000 (Vitamine)
- Drei Fläschchen Kenacort retard (Korticoide)
- Packung Toco 500 (Vitamin E)
- Flasche Chlorure de sodium 0,9
- 15 Einheiten Durvitan (Koffein)
- 10 Ampullen Pentohexal 300
- Packung MAG 2 (Magnesium)
- 12 Einheiten Ozothine
- 15 Einheiten Optalidon
- 2 Einheiten Eurythrox 50
- 3 Einheiten No Spa Forte
- 6 Einheiten und 1 Ampulle Alphalipon
- 2 Tabletten Stilnox
- 4 Einheiten Oltramp
- 30 Einheiten Bentelan (Korticoid)
- 30 Einheiten/Ampullen Voltaren
- 3 Einheiten Praxilen
- Cafiaspirina (Koffein-/Aspireinpräparat)
- 2 Packungen Immunoferon
- Packung Androderm (Testosteron)
- 2 Packungen Trofalgon
- Fläschchen Geref (regt Produktion von Wachstumshormonen an)
- Ampulle mit sterilem Wasser
- Fläschchen Haes-Steril
Quelle: L'Equipe
Empfehlungen zum Einsatz von anabolen Steroiden im Sport aus
der ehemaligen Sowjetunion –
Daten aus einem geheimen Dokument
Recommendations for androgenic-anabolic steroid use by
athletes in the former Soviet Union: revelations from a secret document
1 Exercise Sciences
Laboratories, School of Exercise, Leisure and Sport, Kent State University,
Kent, Ohio
2 Exercise Physiology Program, Division of Sports Sciences, School of Health
Professions, Long Island University, Brooklyn Campus, Brooklyn, New York
Zusammenfassung
Die vorliegende Übersicht beschreibt den Inhalt eines geheimen
39seitigen Untersuchungsberichts „zum limitierten Gebrauch“ (1), der
staatlich unterstützte Studien zum Einsatz anaboler Steroide bei Sportlern
in der ehemaligen Sowjetunion beinhaltet. Die Untersuchungen wurden in der
Abteilung für Trainingssteuerung und Leistungsphysiologie der damals
führenden Sportuntersuchungseinrichtung, dem Staatlichen Institut für
Körperkultur in Moskau, durchgeführt. Ziele des Berichtes waren:
- einen Literaturüberblick zu ermöglichen zur Wirkung von anabolen Steroiden
auf die Körperfunktionen und im besonderen die sportliche Leistung.
– die Originaldaten geheimer sowjetischer Untersuchungen zu den Wirkungen
von anabolen Steroiden auf Körperfunktionen und sportliche Leistung
vorzustellen
– Empfehlungen für Leistungssportler zu entwickeln, wie anabole Steroide in
verschiedenen Sportarten eingesetzt werden können und
- diese Empfehlungen auf geheimem Wege unter den Sportinstitutionen des
Landes zu verbreiten
Auf Dosierungen, Arten anaboler Steroide und Anwendungsverfahren unter
Berücksichtigung verschiedener Sportarten wird in diesem Manual ebenfalls
eingegangen. Die Bedeutung dieses erstmalig im Westen vorgestellten
Dokuments besteht darin, dass zum ersten Mal die Existenz eines staatlich
gesteuerten Steroideinsatzes im Sport bewiesen wird. Das Dokument gibt ein
Beispiel für staatlich geförderte Forschung, auf deren Grundlage
Empfehlungen an verschiedene Institutionen ausgesprochen wurden und war
möglicherweise der Ausgangspunkt der raschen Verbreitung einer Verwendung
anaboler Steroide unter Athleten der ehemaligen UDSSR.
Schlussfolgerungen
Das Geheimdokument, das hier beschrieben wird, beweist die
Existenz von staatlich geförderten Studien zu den Auswirkungen anaboler
Steroide auf morphologische, biochemische und physiologische Variablen von
Sportlern sowie ihre sportspezifische Leistung in der ehemaligen
Sowjetunion. Die Studien wurden durchgeführt im Untersuchungslabor für
Trainingssteuerung und Leistungsphysiologie des Staatlichen
Zentralinstituts für Körperkultur in Moskau und hätten nicht durchgeführt
und finanziert werden können ohne Regierungsorder. Ziel der Studien war der
Einfluss von Dianabol und Retabolil/Deca-Durabolin auf verschiedene
morphologische, biochemische und physiologische Variablen und die sportliche
Leistung von Sportlern in verschiedenen Sportarten. Das Dokument kommt zu
der Schlussfolgerung, dass die Verabreichung dieser Substanzen zu einer
Zunahme der sportlichen Leistung führt, die Regeneration beschleunigt, ein
Gefühl von Kraft verleiht, den Appetit erhöht, eine positive Stimmung
bewirkt und den Wunsch auslöst, mehr
zu trainieren. Konsequenterweise werden bessere sportliche Ergebnisse
erzielt. Es werden detaillierte Empfehlungen für den Steroidgebrauch in
verschiedenen Sportarten gegeben, im besonderen für Sportler der Ausdauer-
und Kraft-betonten Sportarten. Ethische Überlegungen scheinen weniger
bedeutsam, unserer Information nach wurde keine Einverständniserklärung
eingeholt, hohe Dosierungen wurden für das Gewichtheben
empfohlen und beobachtete Nebenwirkungen heruntergespielt. Die Ergebnisse
und Empfehlungen aus dieser Studie wurden geheim unter den
Spitzensporteinrichtungen der ehemaligen Sowjetunion verbreitet. Die
Information war geheim und nur auserwählten Gruppen zugängig. Die
Verbreitung dieser Information durch das Zentralinstitut für Körperkultur in
Moskau an die verschiedenen Spitzensporteinrichtungen der ehemaligen UDSSR
schien als Basis für den Einsatz von Anabolika in den verschiedenen
Institutionen zu dienen und war möglicherweise auch der Keim für die
schnelle Entwicklung eines Anabolikamissbrauch an anderen Orten. Als
solches hat das Dokument wichtige historische wie auch wissenschaftliche
Bedeutung.
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/images/heft1102/a03_11_02.pdf
Mögliche Nebenwirkungen
(Ausschnitt)
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/images/heft1102/a03_11_02.pdf
In diesem Abschnitt des Dokument sind die Nebenwirkungen der
anabolen Steroide aufgezählt (Tab. 9). Es sollte erwähnt werden, dass nach
Meinung der Autoren diese Nebenwirkungen
möglicherweise nur dann auftreten, wenn die empfohlenen Dosierungen oder
Einnahmezeiten überschritten werden.
Als ein ostdeutsches Forschungsprogramm zum perfekten Anabolikaeinsatz bei
Olympischen Spitzensportlern aufgedeckt wurde, war die Erwartung groß, dass
noch mehrere solche Enthüllungen folgen würden (5). Es scheint heute, dass
diese Annahme zu optimistisch war. In den vergangenen zwei Dekaden kam es zu
keiner einzigen weiteren Enthüllung.
Tabelle 9:
Zusammengefasste Aufzählung der Nebenwirkungen von oralen
und injizierbaren anabolen Steroiden*
Fortpflanzungssystem
• erhöhte Libido
• verzögerte Spermienproduktion
• Abnahme der Spermienproduktion
• Impotenz
• Sterilisation
• Bei jugendlichen Sportler: vorzeitige Pubertät, vergrößerte
Geschlechtsorgane
Leber
• Akkumulation toxischer Stoffwechselprodukte
Andere allgemeine Nebenwirkungen
• Kopfschmerzen
• Schlaflosigkeit
• Gewichtsabnahme
• Hautausschlag
• Ödeme
• tendenzieller Abfall des arteriellen Blutdrucks
• Muskelverletzungen als Folge der Kraftzunahme
• Bänder- und Sehnenschwäche als Folge der relativen Zunahme
der Muskelkraft
Deutsche Übersetzung: U. Künstlinger
Korrespondenzadresse:
Michael I. Kalinski, Ph.D., FACSM Exercise Sciences Laboratories
Kent State University School of Exercise, Leisure, and Sport P.O. Box 5190
Anti-Aging: Supplementation von Androstendion bei
Männern wirkungslos
LONDON. Die Supplementation von Androstendion, einer Vorstufe von
Testosteron, die bei Männern im mittleren Alter zur Erhöhung der
Testosteronspiegel eingesetzt wird, erhöht den Testosteronspiegel nur
geringfügig. Stattdessen führt es zu einer Veränderung des hormonellen
Gleichgewichts und kann bei der Einnahme über einen längeren Zeitraum
gesundheitsschädigend wirken. Zu diesem Ergebnis kommen Susan Beckham vom
Department of Kinesiology, University of Texas, Arlington, Texas, USA im
British Journal of Sports Medicine (2003; 37: 212-213).
Androstendion wird von einigen Athleten zur Leistungssteigerung verwendet.
Für Männer im mittleren Alter wird das Anabolikum zunehmend als
Anti-Aging-Hormon beworben. Die Wissenschaftler stützen ihre Ergebnisse auf
die Untersuchung von acht Männern Mitte Vierzig, die über einen Zeitraum von
vier Wochen eine tägliche Dosis von 200 mg Androstendion einnahmen und
anschließend ein Placebo verabreicht bekamen. Dabei wussten die Testpersonen
nicht, zu welchem Zeitraum ihnen das jeweilige Medikament gegeben wurde. Die
Hormonspiegel der Probanden wurden am ersten Tag drei Stunden nach
Supplementation und am letzten Tag der Einnahmezyklen gemessen.
Mit in die Untersuchung gingen Faktoren ein, die durch Veränderungen des
Hormonprofils beeinträchtigt werden wie beispielsweise Blutfette,
Cholesterinwerte, Gewicht, Blutdruck, Herzfrequenz und Körperfett.
Verglichen mit der Placebobehandlung zeigte sich, dass die
Androstendionspiegel während der ersten drei Stunden nach Supplementation
signifikant anstiegen. Nach einem Monat fielen die Androstendionspiegel
jedoch um 60 Prozent ab. Die Testosteronspiegel wurden durch die
Supplementation nicht deutlich angehoben, und es zeigte sich kein positiver
Effekt auf physiologische Parameter wie Körperfett, Blutdruck oder
Herzfrequenz. (17.06.2003)
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
Über 40 US-Athleten vorgeladen
Der wohl größte Doping-Skandal in den USA hat zu ersten Konsequenzen geführt
NEU-ISENBURG (ug). Am Samstag, einen Tag nach Bekanntwerden des vermutlich
größten Doping-Skandals im US-Sport, sind erste Konsequenzen gezogen worden:
Ein Bundesgericht in San Francisco hat mehr als 40 Sportler vorgeladen.
In der A-Probe vieler Profisportler ist das
neue Designer-Steroid
Tetrahydrogestrinon (THG)
nachgewiesen worden. Die vorgeladenen Athleten aus olympischen und anderen
Sportarten, die möglicherweise in den Skandal verwickelt sind, sollen in
dieser Woche über das Labor aussagen, in dem THG offensichtlich entwickelt
worden ist, so "Spiegel online".
Das von Dopingfahndern in den USA erstmals entdeckte neue Steroid ähnelt in
seiner chemischen Struktur den Anabolika Gestrinon und Trenbolon, schreibt
der Online-Dienst "sport.de". Nur Gestrinon steht auf der Liste der weltweit
verbotenen Dopingmittel. THG zählt zu den artverwandten Substanzen. Auch
seine Einnahme führt zu einer Sperre von zwei Jahren.
Um das Steroid THG herzustellen, seien vier Wasserstoff-Atome in Gestrinon
eingeführt worden, so der Dopingexperte Professor Wilhelm Schänzer. "Auch
diese leichte chemische Veränderung ist ein Verstoß gegen das Reglement,
denn die Grundstruktur ist erhalten geblieben", sagt der Leiter des Kölner
Anti-Doping-Instituts. Nach Angaben von Schänzer sei es "sehr leicht,
Steroide zu verändern, und ich habe mit so einem Fall gerechnet. Dies ist
nun der erste konkrete Hinweis, daß so etwas schon gemacht wird."
Der Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur (USADA), Terry Madden, nennt
THG ein von "spitzfindigen Chemikern sehr hoch entwickeltes Designer-Steroid.
Die Athleten, die das nahmen, waren sich sicher, nicht erwischt zu werden."
THG wirke über Monate, doch die Nachweisbarkeit dauere nur drei bis sieben
Tage. Ungewöhnlich ist nach Angaben von Madden die Einnahme von THG: Einige
Tropfen des öligen Steroids werden unter die Zunge geträufelt.
Ärzte Zeitung, 20.10.2003
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Sondereinband
- 280 Seiten
Erscheinungsdatum: 2000
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Hormone im Ausdauersport

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