COFFEIN - Koffein
Koffein von Antidopingliste gestrichen
Zum Jahreswechsel gibt es auch neue Maßstäbe zum Thema Sportler und "Genussmittel". Auf der zum 1. Januar 2004 in Kraft tretenden neuen Verbotsliste der Welt-Antidoping-Agentur Wada erscheinen nun auch Cannabinoide in der Rubrik unerlaubte Stimulanzien.
Darauf hat die Nationale Antidoping-Agentur (Nada) in Bonn hingewiesen.

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Koffeingebrauch im Sport : Engl.
Eine Übersicht vor der Rücknahme von der Dopingliste-
Studie


Coffein im Doping - Herkunft- Effekt-Leistungssteigerung


Coffein ist eine der pharmakologisch aktiven Substanzen von Genussmitteln wie Kaffee, Tee oder Colagetränken. Coffein ist aber auch eine von auf der Dopingliste aufgeführten Substanzen. Eine Konzentration von mehr als 12 mg pro L im Harn bewirkt einen positiven Test. Alleine dies deutet auf eine leistungssteigernde Wirkung des Coffeins hin...  
Diese Wirkung wurde aber bereits nach der Einnahme von Mengen beobachtet, die keinen positiven Test nach sich ziehen. Somit stellt sich die Frage nach dem Sinn bzw Unsinn eines Grenzwertes.
Coffein sowie weitere Methylxanthine wirken unter anderem auf Zentralnervensystem und Fettgewebe (Abbau wird gefördert), was einerseits die mentale Leistungsfähigkeit und andererseits die Fettsäureoxidation verbessert. Leistungsvorteile sind vor allem in Ausdauersportarten zu erwarten, sie können aber auch für anaerobe Belastungen postuliert werden (Williams, 1998). Es besteht jedoch eine grosse individuelle Variation bezüglich dem Ausmass der Effekte. Hier spielen unter anderem das Geschlecht, der Zykluszeitpunkt bei der Frau sowie der Konsumgrad an coffeinhaltigen Genussmitteln eine Rolle. Eine Überschreitung des Grenzwertes ist nach Einnahme von mehr als 9 mg pro kg Körpermasse zu erwarten. Mengen von 3 bis 6 mg pro kg Körpermasse wirken aber bereits ergogen und sollten in der Regel keinen positiven Test verursachen, sodass in diesem Bereiche die empfohlene Dosierung liegt. Wegen der grossen individuellen Unterschiede, ist aber trotzdem Vorsicht geboten. Potentielle negative Folgen von Coffeinkonsum sind zB erhöhte Nervosität und Diurese sowie Schlaflosigkeit. Der Koffeingehalt verschiedener Genussmittel kann beispielsweise auf der Webseite des deutschen Kaffeeverbandes http://www.kaffeeverband.de/Seite87.gif oder auf der Coffeinwebseite von Peter Bützer (Kantonsschule Heerbrugg) auf dem EducETH Server der ETH nachgeschaut werden.
Literatur
Williams MH. The ergogenics edge. Pushing the limits of performance. Human
Kinetics, Champaign IL, 1998. 


Kaffee: Coffein-Gen ausgeschaltet
In Gewächshäusern auf Hawaii werden bald die ersten Coffea-arabica-Bäume ausgepflanzt, die (fast) coffeinfreie Bohnen liefern sollen. Damit entfällt das aromaraubende entcoffeinieren. An der Universität von Hawaii war es zuvor gelungen, das für die Coffeinsynthese entscheidende Gen auszuschalten. Da die Pflanze Coffein zur Schädlingsabwehr bildet, darf man gespannt sein, ob die transgenen Bäume auch im Freiland gedeihen. (New Scientist v. 21.3.1998/S.11)


Dopinginfo: Positiv ab Einnahme von > 6-8 mg/KG = 4-5 Tassen Kaffee oder 3-4 Liter Cola

Ca. 1 Gramm muß als Normalgewichtiger eingenommen werden um positiv getestet zu werden!
Powergel Schoko und Erdbeer: 25 mg
Powergel double coffein Tangarine: 50 mg
Coffeintabletten: 200mg
Tasse Caffee: ca 130 mg
Energy Drinks bis zu 350mg/l !!!
Ein Liter Cola:  128 mg        ( 130 g Zucker /l)


In Laborversuchen konnten bereits bei Dosierungen von < 3mg/kg KG eindeutig leistungssteigernde Effekte festgestellt werden.
Effekt verschiedener Kaffein-Dosierungen auf die Leistung beim Fahrrad-Zeitversuch


Boston 26-11-99 UPI:  Zwei Tassen Kaffe pro Tag sind für Schwangere unbedenklich- werden jedoch mehr als 5 Tassen täglich getrunken, verdoppelt sich das Risiko einer Fehlgeburt (New Engl J Med)


Coffein    Dr. Peter Bützer. Kantonsschule Heerbrugg

Inhalt

  • 1. Geschichte
  • 2. Vorkommen
  • 3. Charakterisierung
  • 4. Physiologische Eigenschaften
  • 5. Toxizität
  • 6. Synergismus mit Alkohol
  • 7. Doping
  • 8. Coffein als Insektizid
  • 9. Aufgaben
  • 10. Literatur
  • 11.Isolierung von Rohcoffein

1. Geschichte

Die ersten, die den Kaffeestrauch anbauten, um aus dessen Bohnen einen heissen, belebenden Aufguss zu bereiten, waren die jemenitischen Araber. Das Getränk nannten sie qahwa, das ÌBerauschende Ì. Im Jahre 1511 veranstaltete der Statthalter in Mekka, Khair-Beg, eine Anhörung, um zu klären, ob der Kaffeegenuss, der sehr um sich gegriffen hatte, mit dem Koran vereinbar sei. Die Gelehrten fanden, dass der Kaffee nicht trunken mache, wie der Wein, sondern den Verstand verdopple. Khair-Beg liess die Kaffeehäuser dennoch schliessen, weil sie Stätten der Aufruhr seien. Seit 1558 wird Kaffee in Europa in medizinischen und botanischen Werken erwähnt. Im 17. Jahrhundert hat der Kaffee in Europa Fuss gefasst. Wortgewaltig haben die Reformatoren gegen den ÌSaufteufel Ì gepredigt. Der Protestant Jean du Mont konterte: ÌDa der Schlaf dem Menschen mindestens einen Viertel seiner Lebenszeit wegstiehlt, kann man die Mittel, die uns von dieser Knechtschaft befreien können und uns helfen, eine so kostbare Sache wie die Zeit zurückzugewinnen, gar nicht genügend hoch einschätzen.Ì
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Kaffee in weiten Teilen Europas zum Volksgetränk geworden.

2. Vorkommen von Coffein
Coffein, Theophyllin und andere sogenannte Methylxanthine findet man vor allem in den Beeren, Samen und Blättern des Teestrauchs, der Matepflanze sowie des Kakao- und Kolabaumes. Gewonnen wird es vorwiegend aus Teeblättern (1,5 - 3,5% Coffeingehalt) und als Nebenprodukt bei der Herstellung von coffeinfreiem Kaffee. Mate (südamerikanische Teeart): bis zu 3,5%; Kolanuss: bis 6%.
Seit alters verwendet man Extrakte verschiedener Pflanzen als Tees wegen ihrer Eigenschaften. Die physiologische Wirkung ist in vielen Fällen auf den Gehalt an Alkaloiden zurückzuführen. Alkaloide sind basische Pflanzenstoffe mit Stickstoffen. Eine Pflanzenart enthält selten nur ein einzelnes Alkaloid, doch stehen die verschiedenen basischen Bestandteile gewöhnlich in enger Beziehung zueinander. So ist Coffein im Tee (Camellia sinensis) von einer Anzahl nahe verwandter Alkaloide begleitet.

Xanthinderivate und physiologische Wirkungen (Xanthin: R 1 = R 2 = R 3 = H)

  R1 R2 R3

ZNS- stimulierend

Herzwirkung

Diurese

Coffein CH3 CH3 CH3

+++

+

+

Theophyllin CH3 CH3 H

++

+++

+++

Theobromin H CH3 CH3

-

++

++

ZNS: Zentralnervensystem
Vergiftungen mit Theobromin von etwa 0.5 - 1 g aufwärts verlaufen ähnlich wie beim Coffein. Theophyllin ist toxischer als die beiden anderen Substanzen.

Dosis Coffein in einer Tasse oder einem Glas mit 150 ml Inhalt (Normalgehalte)
Getränk

Gehalt (mg/150 ml)

übliche Einzeldosis (mg/150 ml)

Kaffee gemahlen

60 - 150

85

Kaffee löslich

40 -100

60

Kaffee entcoffeiniert

1 - 8

3

Maté

25 - 50

15

Tee (Schwarztee)

25 - 100

40

Kakao (je nach Zubereitung)

2 - 50

4

Energy - Drinks

30-50

48

Cola- Getränke

10 - 25

15


Nach Baltes (Lebensmittelchemie) werden folgende Werte gefunden: Kaffee geröstet: 1.3 - 2%, Tee: 3 - 3.5%

3. Charakterisierung

Aufbau: 1,3,7- Trimethylxanthin, ein Purinderivat
nicht völlig flach, keine chiralen Zentren
C8H10N4O2, MG. 194,19 g/mol
Smp.: 235-237 °C, beginnt bei 178 °C zu sublimieren
schwache Base (Stickstoffe)
Leicht löslich in heissem Wasser, wenig in Alkohol und Ether.
Farb- und geruchlos, leicht bitter schmeckend

4. Physiologische Eigenschaften

4.1 Allgemeines

Coffein wirkt in erster Linie auf die Grosshirnrinde. Die Wirkung des Coffein beruht im wesentlichen auf der Hemmung der Phosphodieseterase, die cyclo-AMP zu AMP abbaut (Adenosin-3',5'-monophosphat). Dadurch bleibt die über cyclo-AMP als second messenger ausgelöste Adrenalinwirkung länger erhalten. Im Gegensatz zu den Aufpeitschmitteln, wie Amphetamin, wirkt Coffein nicht euphorisierend.
Bereits in geringen Mengen stimuliert Coffein die Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse.
Anwendung in der Medizin als wirksames Kreislaufmittel (Analeptikum). Die coronare Durchblutung wird verbessert, was zu einer verminderten Herzarbeit führt. Die therapeutische Dosis beträgt 0,1 g. Dosen über 1 g führen zu Unruhe, Herzklopfen manchmal Kopfschmerzen und erhöhter Reflexerregbarkeit. Coffein verlängert dosisabhängig die Schlaflatenz, verschlechtert subjektiv die Schlafqualität und verkürzt die Gesamtschlafdauer. Ausnahmen können ältere Leute und Personen mit Bluthochdruck sein, bei welchen das Einschlafen durch Coffein gefördert werden kann!
Bei gewohnheitsmässigen Kaffeetrinkern (5 Tassen pro Tag) kann es nach 18 stündigem Coffeinentzug zu leichten Kopfschmerzen führen - diese reagieren auf den Morgenkaffee mit positivem subjektivem Empfinden, jedoch nicht auf Placebo.
In der Medizin findet Coffein Anwendung bei Herzschwächen, Neuralgien, Kopfschmerz, asthmat. Anfällen, Heufieber, Nicotin-, u. Morphin- Vergiftungen.

4.2 Aufnahme

Coffein wird in der Regel rasch ins Blut aufgenommen. Die Zeit, bis die maximale Konzentration im Blut erreicht wird beträgt 30 8 Min. Mit kohlesäurehaltigen Getränken wird Coffein rascher aufgenommen.
Die Bioverfügbarkeit ist 90 - 100% (praktisch alles Coffein geht in den Stoffwechsel)
Das Verteilvolumen beträgt im Mittel:
- Für Erwachsene: 0.35 - 1.1 l/kg (Liter Blut/kg Körpergewicht)
- Für Neugeborene: 0.78 l/kg

4.3 Abbau

Eliminationshalbwertszeit im Mittel
3 - 5 Std. für Erwachsene;
7.5 - 12.5 Std. bei Schwangeren,
36 - 144 Std. beim Neugeborenen.
Im Organismus wird Coffein partiell demethyliert und oxidiert. Die Hauptausscheidungsprodukte im Urin sind Di- und Monomethylxanthin sowie Mono-, Di und Trimethylharnsäure.

4.4 Wirkungen

85 - 300 mg/60 kg : Erhöhung der geistigen Leistungsfähigkeit bei Additionsaufgaben um 15%.
Bei grösseren Mengen nimmt die Fehlerzahl zu!
500 mg/60 kg : Händezittern, Erregung, Schlaflosigkeit
6 g/60 kg : Aufpeitschmittel bei einem Radrennfahren am Sechstagerennen (Moeschlin)
5 g/80 kg : Kaffeekonsum von Voltaire und Balzac.

5. Toxizität

Die orale letale Dosis liegt für einen Erwachsenen zwischen 5 und 30 g (Mittelwert 10 g).
Stärkere Vergiftungen von 0.5 g aufwärts äussern sich in Aufgeregtheit, Tremor der Hände, Schlaflosigkeit, Tachykardie evt. Durchfall und Harndrang. Bei noch höheren Dosen treten starke Erregungszust ände, evt. bis zu Delirien und Krämpfe auf.
Unerwünschte Reaktionen können bei 8 bis 15 mg/kg KG auftreten.
Bei Schwangeren besteht bei Dosierungen über 600 mg pro Tag die Gefahr vermehrter Aborte und Frühschwangerschaften.
Die Aufnahme von Coffein (Coffeinsalben) durch die Haut ist möglich, sie kann bei lädierter Haut gefährlich sein.
Die Coffeinkinetik ist bis zu toxischen Konzentrationen linear dosisabhängig.

6. Synergismus mit Alkohol

Ethanol erhöht die Serumkonzentration von Coffein. Die gleichzeitige Gabe mit Coffein verschlechtert die Reaktionszeiten; entgegen den landläufigen Empfehlungen!! Die kinetischen Parameter von Alkohol verändern sich dabei nicht wesentlich.

7. Doping

Nimm dir Zeit für die siegbringende Tasse Kaffee
Immer wieder kommen Dopingskandale ins Gerede. Nun gibt es aber neuere Erkenntnisse, dass selbst der übliche Kaffee ganz wirksam sein kann. Selbstverst ändlich ist es wissenschaftlich nicht neu, dass Coffein anregend wirkt. Im Roche Lexikon Medizin ist schon beschrieben: "Wirkt erregend auf die Grosshirnrinde, Atem- und Kreislaufzentrum, bewirkt Erweiterung der Blutgefässe und Diurese." Diese Erkenntnisse wurden nun praktisch bei Sportlern getestet - und in den Auswirkungen fast spektakulär bestätigt.
Athleten können ihre Leistungen beachtlich verbessern, wenn sie einige Tassen Kaffee vor den Wettkämpfen zu sich nehmen. Sportwissenschafter am Christ Church College in Canterbury stellten fest, dass Athleten, welche einen Drittel des erlaubten Coffeins zu sich nehmen, schneller laufen und mehr Energiereserven für den Schlusssprint haben.
Die Wissenschaftler, unter der Führung von Steve Bird, gaben 18 Athleten 3,5 Deziliter starken Kaffees vor einem 1500 m Lauf. Verglichen wurde mit derselben Menge von coffeinfreiem Kaffee.
Die Resultate waren verblüffend. Das Coffein verringerte die Laufzeit um durchschnittlich 4,2 Sekunden, die Laufgeschwindigkeit in der letzten Minute nahm um rund 0,6 km pro Stunde zu. Nach der Coffeineinnahme atmen die Athleten rascher und tiefer, womit sie den Muskeln mehr Sauerstoff zuf ühren. Sie sind auch weniger anfällig auf Ermüdung.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat eine Limite für Coffein bei 12 Mikrogramm pro Milliliter Urin festgelegt - das entspricht etwa fünf bis sechs Tassen starken Kaffees eine bis zwei Stunden vor dem Wettkampf.
Die Überraschung durch diese Resultate war bei den Dopingfachleuten gross. So ist die Aussage eines Trainers nicht überraschend: Entweder wird in Zukunft die maximale Menge an Coffein noch weiter verringert, oder jeder Athlet wird sein Coffein einnehmen müssen damit er seine Chancen wahren kann.
(Nach einem Artikel von Thomas Moore, New Scientist, 18. Juli 1992, S. 8; Take time for a winning cup of coffee.)

8. Coffein als Insektizid

Über die Funktion von Coffein und Theophyllin in den sie synthetisierenden Pflanzen ist recht wenig bekannt. An der Harvard Medical School durchgef ührte Arbeiten ergaben nun, dass Methylxanthine den Insektenfrass verhindern und in den natürlich auftretenden Konzentrationen als Insektizide wirken. Zudem wirken sie synergetisch mit gewlssen Insektiziden, so dass die Dosierung der letzteren stark reduziert werden könnte.
Für diese Untersuchungen wurden vor allem Larven des Tabakschädling Manduca sexta verwendet, die leicht im Laboratorium aufgezogen werden k önnen. Gab man ihrer Nahrung pulverisierten Kaffee oder Tee zu, so beobachtete man im Konzentrationsbereich von 0,3 bis 10 % für Kaffee und 0.1 bis 3 % für Tee eine dosisabhängige Inhibition der Nahrungsaufnahme, die von Zittern, Hyperaktivität und verlangsamtem Wachstum begleitet war. Bei höheren Konzentrationen (mehr als 10 % für Kaffee, mehr 0,1 bis 3 % für Tee) starben die Larven innert 24 Stunden. Dieselben Wirkungen erhielt man mit reinem Coffein sowie ungetrockneten Teeblättern beziehungsweise Kaffeebohnen; letztere enthalten 0,8 % Coffein, während die Coffeinkonzentration in Teeblättern zwischen 0,7 und 2,1 % liegt. Diese Konzentrationsbereiche genügen, um die Larven abzutöten. Tomatenblätter, welche die Larven sonst gerne fressen, werden wirkungsvoll geschützt, wenn sie mit Coffeinlösungen der erwähnten Stärke besprüht werden. Dieselbe Wirkung haben Theophyllin sowie das synthetische Methylxanthin IBMX (Isobutylmethylxanthin) auch auf Mehlw ürmer Reihe von Schmetterlingslarven.
Es ist bekannt, dass Methylxanthine im Gewebe von Wirbeltieren Enzyme des Phosphodiesterasetyps blockieren; diese Enzyme spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, da sie zyklisches Adenosinmonophosphat (AMP) hydrolysieren. Dieselbe Wirkung konnte nun bei den erwähnten Blattschädlingen nachgewiesen werden. Die Insektizide des Formamidin-Typs basieren auf einer starken Aktivierung der Synthese von zyklischem AMP. Kombiniert man diese Insektizide mit Methylxanthinen, wird deren Wirkung potenziert. So werden Blätter, die mit einer minimal toxischen Dosis des Insektizids behandelt wurden, ohne Schaden von den Larven gefressen. Gibt man jedoch Coffein hinzu, so wird die Nahrungsaufnahme deutlich reduziert, und nach sechs Tagen sterben die Schädlinge. Man erhält auf diese Weise eine dreissig- bis hundertfache Potenzierung der Insektizidwirkung. Dieser Synergismus tritt nur bei Insektiziden auf, die auf das zyklische AMP einwirken. Quelle: Science 226/4671, 184 (1984).

9. Aufgaben

  1. Welche Eigenschaften hat Coffein, ausser den schon aufgeführten?
  2. Zeichnen Sie die räumliche Struktur des Moleküls
  3. Machen Sie eine Skizze des zeitlichen Verhaltens bei Aufnahme und Abbau. (Konz./Zeit- Diagramm)
  4. Zeichen Sie die Dosis- Effekt- Kurve für die erwünschten Reaktionen (Leistungssteigerung, Doping, 1.Kurve) unerwünschten Reaktionen (2.Kurve) und die Letalitäten (3.Kurve). Interpretieren Sie.
  5. Wenn man Alkohol getrunken hat, kann man dann durch einen Kaffee etwas fahrtüchtiger werden?

10. Literatur

  1. Gleiter Ch.H., Deckert J., Coffein, Klinische Pharmakologie und Anwendung als
  2. Pharmakon, Med.Mo.Pharm., 259, 1992, Heft 9
    Jakubke H.D., Jeschkeit H., Lexikon Biochemie, Verlag Chemie GmbH, Weinheim, 1976
  3. Moeschlin S., Klinik und Therapie der Vergiftungen, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 1980, 513
  4. Stephan U. et al., Fachlexikon ABC Toxikologie, Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main, 1985
  5. Sticher H. et al., Agrikulturchemisches Praktikum, ETH, Ausgabe Sommersemester 1987, S.43
  6. Tutsch D. (Hrsg.) Roche Lexikon Medizin, Verlag Urban & Schwarzenberg, München,Wien,Baltimore, 1984
  7. Spode H., Die grosse Ernüchterung, Kaffee - Europas Droge der Vernunft, NZZ, Nr. 172, Mittwoch 28. Juli 1993, S.48
  8. Unterricht Chemie, Heft 43, Januar 1998

11.Isolierung von Rohcoffein

20 g Teeblätter werden in einem 250 ml Becherglas in 175 ml Wasser während 15 Minuten leicht gekocht.
Zwecks Ausfällung der Begleitstoffe (Phenole, Säuren etc.) werden 20 ml 10% - Bleiacetatlösung zur noch heissen Mischung gegeben. Man rührt mit einem Glasstab gut um und filtriert noch heiss durch eine Nutsche ab.
Das eventuell noch trübe Filtrat wird in einen Weithalserlenmeyer gegossen, durch Kochen auf ein Volumen von 25 ml eingeengt und auf Raumtemperatur abgekühlt. Man gibt 20 ml 1,1,1- Trichlorethan hinzu, rührt kräftig um und nutscht die Mischung durch ein Filter ab. Die beiden Phasen werden im Scheidetrichter getrennt. Die wässrige Phase wird noch 2 mal mit je 15 ml 1,1,1- Trichlorethan extrahiert. Die vereinigten Extrakte werden mit einem Spatel Natriumsulfat versetzt, durch ein Faltenfilter filtriert und in der Kapelle das Lösungsmittel abgedampft. Der Rückstand, das Coffein, wird abgekratzt.Mit einem Dünnschichtchromatogramm und der Schmelzpunktbestimmung wird die Reinheit überprüft.
Reinigung durch Umkristallisation: Der Rückstand wird mit 20 ml Wasser versetzt und kurz aufgekocht. Die Lösung wird sodann abgekühlt und mit einem Impfkristall oder durch Reiben mit einem Glasstab die Kristallisation gestartet. Die so gereinigten Kristalle können abfiltriert und getrocknet werden. Man bestimme den pKs- Wert des Coffeins.

Kaffeeliebhaber: Weniger ist gesünder
Cremiger Milchkaffee, kurzer Brauner, heiß oder kalt: Wer täglich mehr als vier Tassen Kaffee trinkt, verdoppelt sein Risiko für Gelenk-Rheuma. Das fanden finnische Wissenschaftler in einer 15-jährigen Studie an rund 26 000 Kaffeetrinkern heraus, berichtete die neueste Ausgabe des Fachblatts „Annals of the Rheumatic Diseases“. Liebhaber des brauen Gebräus, die mehr als 11 Tassen pro Tag zu sich nahmen., waren sogar 15-mal anfälliger als Nicht-Kaffeetrinker. Die Wissenschaftler entdeckten bei den fleißigen Trinkern häufiger so genannte Rheumafaktoren im Blut. Sie lassen sich meist mehrere Jahre vor der Erkrankung nachweisen. Vor allem die Inhaltsstoffe aus ungefiltertem Kaffee kurbelten die Produktion von Rheumafaktoren an, vermuten die Forscher. (netdoktor.de, 26.07.2000)


 

 

  

 

 

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Doping ist die Anwendung verbotener leistungssteigernder Wirkstoffe. Im Hochleistungssport wird Doping als "natürliche"
Begleiterscheinung angesehen. Die Medien verurteilen gedopte Sportler, aber das Publikum verlangt nach immer neuen Rekorden und es geht um viel Geld. Der Sportjournalist Martin Krauss beschreibt die Geschichte des Dopings, informiert ausführlich über die Methoden des Dopinggebrauchs und untersucht die sportpolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte des Umgangs mit Doping.

Kaffee senkt die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz
LONDON - Kaffee während der Arbeitszeit senkt die Konzentration und erhöht die Reizbarkeit. Das ergab eine von Volvic Mineralwasser in Auftrag gegebene Studie, über die der britische BBC berichtet. Demnach können bereits zwei Tassen Kaffee die Leistungsfähigkeit herabsetzen.  Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Tee haben eine harntreibende Wirkung. Häufige Gänge aufs Klo mindern jedoch den Wassergehalt des Körpers. "Bereits zwei Prozent weniger Flüssigkeit im Körper beeinflussen die Konzentration und erhöhen die Reizbarkeit", erklärt Sarah Schenker von der "British Nutrition"-Stiftung. Wer am Arbeitsplatz Kaffee oder
Tee trinkt, sollte daher zusätzlich Mineralwasser oder Fruchtsäfte zu sich nehmen.  Andreas Wawrzinek  06.02.2001


Modern Energy Drinks“ - was ist drin und dran?

Neben Zucker sind die Hauptbestandteile sogenannter „Modern Energy Drinks“, Koffein und Taurin. Diesen Getränken dürfen bis zu 350 mg/l Koffein zugesetzt werden (das entspricht etwa der Menge von 3 Tassen Kaffee oder 3 Liter Coca Cola), so dass bei einem Konsum von mehr als 1 Liter bereits mit einem positiven Dopingbefund gerechnet werden muß. Die potentielle Leistungssteigerung ist in erster Linie auf den Kohlenhydrat- und Koffeingehalt dieser Getränke zurückzuführen, die Mechanismen wurden bereits ausführlich erklärt.
Seriöse Untersuchungen zu einer leistungssteigernden Wirkung durch die Zufuhr der Aminosäure Taurin existieren kaum. Taurin spielt eine wichtige Rolle in der Volumenregulation der Zelle. Es besitzt in Verbindung mit Vitamin A eine antioxidative Schutzwirkung der Zellmembranen vor allem von Zellen des zentralen Nervensystems. Ein erniedrigter Gehalt von Taurin in der Muskelzelle, der im Tierexperiment z.B. bei alten Tieren beobachtet wird, führt zu einer Verschlechterung der elektrochemischen Muskelfunktion.
Es ist gegenwärtig vollkommen hypothetisch, ob die Zufuhr von Taurin aufgrund der beschriebenen Funktionen die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigert bzw. einen Ermüdungseintritt verzögern kann.http://www.loges.com


Doping: Oscar Sevilla "positiv" auf Koffein getestet 
06.10.00 - Gegen den spanischen Radprofi Oscar Sevilla (Kelme), der bei einem Dopingtest nach dem GP Villafranca de Ordizia am 25. Juli mit einem ungewöhnlich hohen Koffein-Wert aufgefallen war,  ist ein Disziplinarverfahren wegen Dopingverdachts eröffnet worden. Wie die spanische Presse am Freitag berichtet, wird der 24-Jährige deshalb nun nicht wie geplant bei der Strassen-WM in der kommenden Woche starten dürfen. Sevilla hatte trotz des "positiven" Dopingtests im Sommer an der Spanien-Rundfahrt antreten können. Zuletzt hatte er beim GP Luis Ocana und dem Memorial Manuel Galera Siege feiern können.
Nachdem nun jedoch förmlich ein Dopingverfahren eröffnet wurde, musste Sevilla von seinem Verband von der WM ausgeschlossen werden. Nach dem Reglement des Weltradsport-Verbands dürfen Fahrer, gegen die ein Dopingverfahren läuft, zwar an "normalen" Rennen, nicht aber an Weltmeisterschaften teilnehmen. Koffein, das mitunter in Tabletten-Form von Fahrern während des Rennens eingenommen wird, um Ermüdungserscheinungen im Finale zu bekämpfen, gilt als ein "weiches" Dopingmittel. Kelme-Sportdirektor Vicente Belda erklärte gegenüber der spanischen Sportzeitung AS, Sevilla habe "bei dem Rennen (GP Villafranca de Ordizia, die Red.) keine Rolle gespielt und er ist weit hinten gelandet. Das Problem ist, dass Koffein sich nicht abbaut, wenn man nicht schwitzt. Und an diesem Tag war es kalt." 


Wirkt eine Zufuhr von Koffein – im erlaubten Rahmen – leistungsfördernd?

Koffein ist im Sport eine „regulierte“ Droge, die auf der Dopingliste steht. Das bedeutet, der Athlet darf bis zu einer gewissen Grenze Koffein zuführen, da dieses natürlicherweise oder künstlich in zahlreichen Lebens- und Genußmitteln vorkommt (Kaffee, Softdrinks, Schokolade, Kakao). Übersteigt die Koffeinkonzentration im Urin allerdings einen bestimmten Grenzwert (12 µg/ml), so gilt der Befund als Doping positiv. Um solche Werte zu erreichen, müssen erhebliche Mengen Koffein (> 6-8 mg/kg Körpergewicht, das entspricht mindestens vier bis fünf Tassen schwarzen Kaffees oder drei bis vier Liter Cola) zugeführt werden, wobei es große individuelle Schwankungen gibt. In Laborversuchen konnten bei bereits viel niedrigeren Dosierungen (< 3 mg/kgKG) eindeutig leistungsfördernde Effekte vor allem bei Ausdauerbelastungen nachgewiesen werden, ohne dass die festgelegte Höchstgrenze im Urin überschritten wurde. Dabei wurde wiederholt beobachtet, dass das Koffein in natürlichen Lebensmitteln (z.B. Kaffee) deutlich weniger wirksam zu sein scheint als die gleich hohe Koffeinmenge in Tablettenform.
Die stimulierende Wirkung des Koffeins mit einer Verbesserung von Antrieb, Stimmung, Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit macht sich vor allem im ermüdeten Zustand bemerkbar und dürfte hauptsächlich für die Leistungssteigerung bei Langzeitbelastungen verantwortlich sein. Daneben werden auch eine verminderte Kaliumausscheidung aus der Muskelzelle und eine Verbesserung der Fettverbrennung und dadurch bedingte Glykogeneinsparung (allerdings nur in den ersten 15 Minuten einer Belastung nachweisbar) als leistungssteigernde Wirkmechanismen unter Fachleuten diskutiert.

Es hat sich im Triathlon auf der Langdistanz eingebürgert, dass koffeinhaltige Cola-Getränke zumindest ab der Marathonstrecke angeboten und von den Athleten auch gerne und reichlich konsumiert werden. Da die Athleten zu diesem Zeitpunkt in der Regel bereits mehr oder weniger ermüdet sind, stellt sich die Frage, ob der geringe Koffeingehalt dieser Getränke in der Lage ist, in dieser Situation eine stimulierende, ermüdungsmindernde und damit leistungssteigernde Wirkung zu erzielen. Ein Liter Coca Cola enthält 128 mg Koffein. Das entspräche einer Zufuhr von etwa 2 mg/kg Körpergewicht und läßt eine leistungssteigernde Wirkung möglich erscheinen. Gegenwärtig gibt es allerdings noch keine Untersuchungen und auch keine gesicherten Hinweise, ob die Zufuhr von Cola-Getränken im Langzeitausdauerbereich über ihre Flüssigkeits- und Kohlenhydratkomponente hinaus einen leistungssteigernden Effekt bewirkt. Unter Dehydratationsbedingungen muß etwa ab einem Konsum von 2,5 - 3,5 Liter mit einem positiven Dopingbefund gerechnet werden. Es sei hier auch darauf hingewiesen, dass Coca Cola keinesfalls ein ideales Rehydratationsgetränk ist. Coca Cola ist durch seinen hohen Zuckergehalt von bis zu 130 g/l stark hyperton und enthält nur geringe Mengen Natrium. Beim Genuss sehr großer Mengen, vor allem in unverdünnter Form, muß deshalb vermehrt mit auftretenden Störungen gerechnet werden.
Koffein entfaltet eine ganze Reihe von Nebenwirkungen, die die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit im Sinne einer Übererregung auch drastisch vermindern können. Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität, Muskelzittern und -zucken, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, vermehrte Wasserausscheidung und Magenbeschwerden sind nur einige davon.
Allerdings ist es individuell sehr unterschiedlich, wie der einzelne Sportler darauf reagiert.
Es muß hier nochmals eindringlich darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der Einnahme von Koffein in Tablettenform nicht um eine Nahrungsergänzung, sondern einzig und allein um eine Manipulation im Sinne der Leistungssteigerung handelt. Werden dabei die Uringrenzwerte überschritten, so ist der Sportler Doping positiv und muß mit entsprechenden Sanktionen rechnen. Die Einnahme von Koffein in Tablettenform ist zumindest aus ethischer Sicht im Sport absolut abzulehnen!


Einfluss von Koffein auf metabolische, koordinative und mentale Aspekte im Damen- und Herrentennis

Ferrauti A, Pieper S, Seeber K, Weber K     Institut für Sportspiele, Deutsche Sporthochschule Köln

Ziel der Studie war die differenzierte Analyse der Auswirkungen von Koffein im Leistungstennis.

Methode: 12 weibliche (Alter 21,8±2,4 Jahre; BMI 21,1±1,7 kg/m2) und 12 männliche (Alter 23,6±2,2 Jahre; BMI 22,6±1,6 kg/m2) regionale Turnierspieler

absolvierten an zwei Versuchstagen das gleiche Testprotokoll, bestehend aus 60 min Einzelmatch (M) und 30 min standardisierter Matchsimulation an der Ballwurfmaschine (MS). Doppelblind und randomisiert wurden 1 Std. vor Beginn 5 mg/kg Koffein (K) oder ein identisch schmeckendes Placebo (P) verabreicht.

Ergebnisse: Blutlaktat in M (K: 2,45±0,87 vs. P: 1,65±0,58 mmol/l) und MS (K: 3,83±1,29 vs. P: 2,60±1,00 mmol/l) sowie Herzfrequenz in M (K: 150±13 vs. P: 140±18 min-1) und MS (K: 169±12 vs. P: 162±17 min-1) wurden durch Koffein signifikant erhöht. Gewonnene Punkte (K: 48,9±9,9 vs. P: 51,1±9,9 %) sowie gültige Aufschläge, Fehlerquote und Schlaggeschwindigkeit unterschieden sich bei Damen und Herren nicht zwischen K und P. Belastungsempfinden (RPE-Skala) und Leistungswille (10 Punkt-Skala) in der Gesamtgruppe wiesen ebenfalls keine Unterschiede auf. Nur die Damen tendierten nach Koffeingabe zu höherer Leistungsbereitschaft (K: 8,2±1,0 vs. P: 7,4±1,5). Keiner der Probanden überschritt das Dopinglimit.

Schlussfolgerungen:
Koffeingaben geringer Dosis steigern die glykolytische Aktivität im Tennis, so dass von einer stärkeren Verstoffwechselung der Kohlenhydrate ausgegangen werden kann. Die tennisspezifische Leistung bleibt hierdurch unbeeinflusst, obwohl sich bei den Damen eine höhere Leistungsbereitschaft andeutet.
37. Deutscher Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda


Risiko: Brüchige Knochen
Kaffee hat aber nicht nur gute Seiten, er birgt auch einige Risiken.


Forth, Prof. Dr. med. Wolfgang; Adam, Olaf
Coffein: Umgang mit einem Genussmittel, das auch pharmakologische Wirkungen entfalten kann
Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 43 vom 26.10.01, Seite A-2816

Zusammenfassung
Die Auswirkungen des ungehemmten Coffeingenusses werden dann sichtbar, wenn eine Untersuchung von Arzneimitteln, sei es ihrer Kinetik wegen oder der Dynamik halber durchgeführt werden soll. Immer ist die Analytik des Wirkstoffs durch mehr oder weniger starke Konzentrationen von Coffein oder anderer Methylxanthine beeinträchtigt. Außerdem wird eine zeitweilige Unsicherheit der Ärzte sichtbar, wenn es darum geht, dass von Patienten anlässlich einer bestehenden Krankheit der Genuss coffeinhaltiger Getränke eingeschränkt werden soll oder nicht. In den meisten Fällen ist hierbei eine Einschränkung nicht notwendig, es sei denn, Störungen der Erregungsbildung und -leitung des Herzens sind zu befürchten.

Wie weit verbreitet der Gebrauch von Coffein in der Gesellschaft ist, können Ärzte belegen, die sich mit der Überprüfung von Arzneimittelwirkungen am Menschen befassen: Methylxanthine sind die häufigsten Confounder im Blut der Patienten; gegen sie muss das gesuchte Medikament abgegrenzt werden. Zu dieser Stoffgruppe gehört auch das Coffein (Tabelle 1).
Als Methylxanthine werden die methylierten Derivate der Harnsäure (Xanthine) (16) bezeichnet. Coffein (1,3,7-Trimethylxanthin) ist dreifach methyliert. Das zweifach methylierte Theophyllin (1,3-Dimethylxanthin) findet auch als Arzneimittel Verwendung. Theobromin (3,7-Dimethylxanthin) trägt ebenfalls zwei Methylgruppen und ist Inhaltsstoff der Kakaobohne. Diese Inhaltsstoffe werden durch Kaffee, Tee, Kakao oder auch Coca-Cola aufgenommen, wobei im letztgenannten Getränk die Samen des Colastrauchs, die fälschlicherweise als Nüsse bezeichnet werden, die Quellen des Coffeins sind. Hier ist jedoch anzumerken, dass in den Colasamen Coffein an Gerbstoff (Tannin) gebunden vorliegt als so genanntes Colanin. Erst während der Lagerung findet die enzymatische katalytische Freisetzung von Coffein aus Colanin statt. Dies mag der Grund dafür sein, dass Coca-Cola manchmal als coffeinfrei bezeichnet wird. In der von Pemberten 1885 angegebenen Rezeptur war ursprünglich auch Cocain enthalten, was dann alsbald geändert wurde.
In Deutschland in den Verkehr gebrachte Erfrischungsgetränke dürfen zwischen 65 bis 250 mg/l Coffein enthalten. Die Energy-Drinks aus dem Ausland, die im Sinne des § 47a des Lebensmittelgesetzes nach Deutschland eingeführt werden, dürfen maximal 320 mg/l Coffein aufweisen.
Coffeingehalt verschieden
Es ist nicht einfach, sich über den Coffeingehalt unserer Genussmittel einen verlässlichen Überblick zu verschaffen. Gewöhnlich finden sich Angaben über den Coffeingehalt der Drogen, das heißt die Kaffeekirsche, Teeblätter oder Colasamen (Tabelle 2). Dabei bleiben die regional äußerst unterschiedlichen Gebräuche bei der Bereitung der Getränke unberücksichtigt. Hierzulande gilt Kaffee als Getränk mit der höchsten Konzentration an Coffein. Dabei sollte einmal ein ostfriesischer Tee daneben analysiert werden. Amerikanischer (USA) Kaffee ist meist recht schwach, dagegen wird in den Anbauländern (Brasilien, Guatemala) ein wesentlich stärkerer Kaffee getrunken. Man kann als grobe Orientierung in einer Tasse (125 ml) Kaffee 100 mg Coffein vermuten. Das gleiche gilt für eine Tasse Tee, die auf ostfriesische Art zubereitet wurde. Grüner Tee ist in der Regel weniger stark, wobei wohl die Orientierung an der Teezubereitung in Ostasien erfolgt. In Japan genossener grüner Tee kann dagegen dem Europäer eine spürbare Beschleunigung der Herzfrequenz bescheren. Über die unterschiedlichen Arten der Teezubereitung und die daraus resultierenden unterschiedlichen Coffeingehalte geben Hicks et al. einen Überblick (12).
Theophyllin ist in Teeblättern enthalten, aber nur in bescheidenen Konzentrationen, sodass zu Herstellung des Arzneimittels Theophyllin andere Wege beschritten werden: Dazu dient die Traubesche Synthese der Herstellung nach Bredereck aus Harnsäure (3). Coca-Cola enthält Coffein; man müsste eigentlich darauf bestehen, dass alle Getränke, die Coffein enthalten, eine Konzentrationsangabe erhalten müssen, da die Menge weder festgelegt, noch von Charge zu Charge gleich ist; damit differieren die gemessenen Werte stark. In einem Glas Coca-Cola finden sich zwischen 10 und 40 mg Coffein (16).
Die Kulturgeschichte des Gebrauchs von Coffein in Genussmitteln ist bis zu den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Eichler (1938) zusammen gefasst worden. Die Erforschung der Coffeinwirkungen hat seit der Entdeckung der Adenosinrezeptoren erheblichen Auftrieb erhalten. Außerdem entfaltet Coffein, wie andere Methylxanthine, eine Aktivierung der Adenylcyclase wodurch die Konzentration von cAMP intrazellulär ansteigt. cAMP spielt im Signaltransfer der Zelle eine wichtige Rolle. Die pharmakologischen Wirkungen der Methylxanthine sind von Starke und Palm 1998 vorgestellt worden (Tabelle 1). Schließlich ist als biochemischer Wirkmechanismus die Freisetzung von Ca2+-Ionen aus intrazellulären Depots zu erwähnen. Die Diskussion über die Beteiligung der erwähnten Mechanismen an der Auslösung der verschiedenen pharmakologischen Wirkungen der Methylxanthine wird nach wie vor kontrovers diskutiert.
Pharmakokinetik
Die orale Bioverfügbarkeit des Methylxanthins liegt bei nahezu 100 Prozent. Das Verteilungsvolumen für Coffein beträgt 0,7 l/kg, das für Theophyllin 0,5 l/kg. Von den Methylxanthinen werden fünf Prozent unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Dementsprechend werden 95 Prozent der Dosis metabolisiert. Dabei wurde eine Hydroxylierung in Position acht der C-Atome des Xanthingerüsts beobachtet. Außerdem erfolgt eine Demethylierung zu 1,7-Dimethylxanthin. Es entsteht also aus Coffein nicht etwa Harnsäure. Die Metabolisierung wird durch P450 1A2, ein Cytochrom, vorgenommen. Die Eliminationshalbwertszeit ist bei Frühgeborenen extrem lang, für Theophyllin 30 Stunden, für Coffein 50 Stunden. Auch für Schwangere ergibt sich eine ziemlich lange Halbwertszeit für Coffein (10). Bei Erwachsenen beträgt diese fünf Stunden. Enzyminduktionen zum Beispiel durch vorherige Einnahme von Rifampicin, verkürzen die Halbwertszeit. Cimetidin konkurriert mit Methylxanthinen um die Bindung an das Enzym und verlängert damit die Halbwertszeit. Die Resorption von Methylxanthinen aus Tee soll verzögert erfolgen. Das bedeutet, dass die Spitze der Konzentration von Coffein aus Kaffee abgemildert ist und der Verlauf der Blutkonzentration von Coffein protrahiert wird. Eine systematische Studie zu dieser Frage liegt in der Literatur offenbar nicht vor. Bei der Erörterung der Pharmakokinetik der Methylxanthine sind insbesondere die ZNS-Stimulierung, die Wirkungen am Herzen und die Effekte auf die Nieren bedeutsam (Tabelle 1). In der Regel können die pharmakologischen Wirkungen nicht mit einem einzigen biochemischen Angriffspunkt interpretiert werden. Besonders wichtig ist die Aktivierung der intrazellulären Adenylcyclase: Dadurch wird die intrazelluläre Konzentration von cAMP gesteigert. Der Angriffspunkt der Methylxanthine liegt damit im Signaltransfer und ist reaktionskinetisch nach dem Adenylschritt anzusiedeln. Dies erklärt, dass die Wirkung der Methylxanthine nicht durch b-Blokker gehemmt werden kann, und dass es, umgekehrt, zu überadditiven Wirkungen kommt, wenn Catecholamine und Methylxanthine gemeinsam wirksam werden. Als biochemischer Angriffspunkt für die ZNS-Wirkung der Methylxanthine wird die Hemmung der A1-Adenosinrezeptoren betrachtet, die physiologisch gesehen die zentralen Neurone dämpfen. Das Wirkungsbild unter dem Einfluss der Methylxanthine wird als psychomotorische Stimulation bezeichnet: Die Müdigkeit verschwindet, die Lernfähigkeit und der Bewegungsdrang nehmen zu. Dieses Wirkungsbild gleicht weitgehend demjenigen nach Weckaminen. Nach Methylxanthinen ist der Sympathikus-Tonus erhöht und dementsprechend ist die Konzentration von Catecholaminen im Plasma gesteigert. Oberhalb einer Dosis von 200 bis 300 mg Coffein kommt es zu Dysphorien, motorischer Unruhe, Übelkeit und Erbrechen. Die zentralen Wirkungen der Methylxanthine sind bei Coffein am stärksten ausgeprägt. Zum gemütsaufhellenden Effekt kann die psychomotorische Aktivitätssteigerung kommen, was wahrscheinlich zu der Annahme einer aphrodisischen Coffeinwirkung geführt hat. (11). Früher war dies der Anlass zu diversen Pamphleten im angelsächsischen Sprachraum (1, 2). Die bronchospasmolytischen Wirkungen der Methylxanthine, die erst ab Dosen von 600 bis 800 mg zu beobachten sind, werden durch die Blockade von A1-Adenosinrezeptoren erklärt. Sicherlich trägt auch die Aktivierung der Adenylcyclase teilweise zur Wirkung bei. Für die Wirkungsverstärkung kontraktiler Elemente der Herz- beziehungsweise der quergestreiften Muskulatur, muss die Freisetzung von Ca2+-Ionen aus den transversalen sarkoplasmatischen Strukturen herangezogen werden. Eine derartige Wirkung wird auch für die Membranen der postganglionären, parasympathischen Nervenendigungen und der Zellen des Nebennierenmarks diskutiert. Bei höheren Dosen von Methylxanthinen wird eine Steigerung der Permeabilität von Ca2+-Ionen, sowie deren Freisetzung aus den longitudinalen sarkoplasmatischen Strukturen und Mitochondrien der Herz- und Muskelzellen der quergestreiften Muskulatur erörtert. Unter experimentellen Bedingungen kann dabei eine maximale Kontraktur der Muskelfasern auftreten.
Die tödliche Coffeindosis wird für den erwachsenen Menschen mit 5 bis 10 g angegeben. Coffein steigert die Sekretion von saurem Magensaft. Das ist offensichtlich nicht nur auf die Wirkung der Aromastoffe des Kaffees zurückzuführen. Hierfür wird wiederum die Hemmwirkung der Adenylcyclase durch Methylxanthine verantwortlich gemacht.  Die Steigerung der diuretischen Aktivität der Nieren wird mit einer Steigerung der Nierendurchblutung und der bis heute noch nicht systematisch erforschten Hemmung der tubulären Reabsorption von Elektrolyten erklärt.
Ob Coffein eine Abhängigkeit erzeugen kann, ist zu bezweifeln. Sein Gebrauch als Additivum in Kombinationsschmerzmitteln ist auf so geringe Dosen beschränkt, dass ein derartiger Verdacht keinen Sinn macht. Überdies ist die Wirkungsverstärkung so genannter schwach wirksamer Analgetika durch Coffein vielfältig erwiesen (9). Es gibt zudem Tierexperimente, die eine analgetische Wirkung von Coffein nahe legen.
Ein neuerliche Prüfung der Wirkung ergab, dass Coffein offenbar die Symptomatik der Parkinsonschen Krankheit mildern kann. Dafür wird die Blockade A2-Adenosinrezeptoren verantwortlich gemacht (5). Unter dem Aspekt der pharmakologischen Wirkungen von Coffein ist sicherlich ein Teil der ärztlichen Empfehlungen an Patienten zu überdenken. So ist in der Pharmakokinetik von Methylxanthin dargelegt, dass nicht einmal den an der Gicht Leidenden der Genuss von Kaffee untersagt werden soll: Im Stoffwechsel bildet sich keine Harnsäure. Blickt man auf die Liste der Wirkungen von Theophyllin am Herzen, dann zeigt sich (Tabelle 3), dass Methylxanthine den Blutdruck eher senken denn steigern. Bei der Beratung von Hypertoniepatienten ist sorgfältig auf die Trinkgewohnheiten zu achten. Hypertoniker müssen vor einem zu großen Trinkvolumen bewahrt werden, sie können indes getrost zu einem Mokka greifen. Vorsicht ist angezeigt bei allen Patienten, die an Herzkrankheiten leiden, wenn gleichzeitig eine Störung der Reizbildung und -leitung zu beobachten ist. Hier kann Coffein durch Steigerung der Herzfrequenz zu unangenehmen Zwischenfällen beitragen. Bei herzinsuffizienten Patienten ist gelegentlich zu beobachten, dass sich die Patienten nach dem Genuss von Kaffee oder Tee leistungsfähiger und besser fühlen. Es gibt jedoch auch Patienten, deren Blutdruck nach dem Genuss von Mokka ansteigt. Die Normotonie zuvor könnte hier allerdings durch eine zusätzliche muskuläre Schwäche der Herzleistung bedingt gewesen.
Eine verbesserte Durchblutung der Niere ist im Hinblick auf die unerwünschten Wirkungen von Arzneistoffen auf dieses Ausscheidungsorgan zunächst einmal zu begrüßen: Die Arzneimittel und ihre Metaboliten werden rasch aus dem Organismus entfernt. Den Patienten ist hier eher zum Tee ostfriesischer Art gebraut, als zum Magen reizenden Kaffee zu raten. Vorsicht ist angebracht bei Patienten, die zu wenig Flüssigkeit aufnehmen: Die gesteigerte Ausscheidung über die Nieren kann den Trinkeffekt vollständig zunichte machen.
Im Andenken an Prof. Dr. med. Otto Kraupp (Ordentlicher Professor für Pharmakologie der Medizinischen Fakultät der Universität Wien 1972 bis 1992) ist dieser Beitrag Prof. Dr. Walter Rummel (Ordentlicher Professor für Pharmakologie und Toxikologie der Universität des Saarlandes) anlässlich seines 80. Geburtstages am 23. Oktober 2001 gewidmet.
Dt Ärztebl 2001; 98: A 2816–2818 [Heft 43]

1. Anonymus I: The men’s answer to the women’s petition against coffee. London 1674.
2. Anonymus II (4 Wellwillers): The women’s petition against coffee representing the public consideration, the grant inconveniences accruing to their sexform the excessive use of that drying and enfeebling liqueur. London 1674.
3. Auterhoff H: Purine. In: Lehrbuch der pharmazeutischen Chemie. Stuttgart: Wiss Verl Ges 1976; 8. Auflage: 376–382 .
4. Bundesgesundheitsamt: Bundeslebensmittelschlüssel. Gütersloh: Bertelsmann Lexikothek 1995.
5. Chen JF, Xu K, Petzer JP, Staal R, Xu YH, Beilstein M, Sonsalla PK, Castag K, Castagnoli N Jr, Schwarzschild MA: Neuroprotection by caffeine and A(2A) adenosin receptor inactivation in a model of Parkinson´s disease. J Neurosci 2001; 21: RC143: 1–6. MEDLINE
6. Eichler O: Kaffee und Coffein. Berlin: Julius Springer 1938.
7. Forth W: Analgetikakombinationen. In : Zur Problematik der schwach wirksamen Analgetika. Braun, Karlsruhe: TW Taschenbuch Medizin Band 7 G (ohne Jahreszahl).
8. Forth W: Analgesie und Analgetika: ein Thema das noch lange nicht ausdiskutiert ist. In: Hoffmann G, Braune H-J, Fritz C, Rössy W, eds.: Vegetativum, Schmerz, Schlaf. Einhorn-Presse 1997: 252–276.
9. Fox JM: Coffein plus Analgetika – eine sinnvolle Kombination. Der Schmerz 1988; 2: 183–197.
10. Haenel H, Forth W: Macht Kaffe krank? Medizin und Ernährung. Frankfurt/Main: pi-Verlagsgruppe GmbH 1992.
11. Heise U, Frf v Wolff-Metternich B: Coffeum wirft die Jungfrau um. Leipzig: G Kiepenheuer 1998.
12. Hicks MB, Hsieh Y-HP, Bell LN: Tea preparation and its influence on Methylxanthine concentration. Food Res Int 1996; 29: 325–330.
13. Kirschbaum J, Taschan H, Brückner H: Koffeingehalt neuartiger Getränke. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung eds.: Proceedings of the german nutrition society. Stefan W Albers Druck und Verlag GmbH & Co KG 2001; 44.
14. Kraupp O: Methylxanthine. In: Forth W, Henschler D, Rummel W, eds.: Lehrbuch der allgemeinen und speziellen Pharmakologie und Toxikologie. Mannheim, Wien, Zürich: B Wissenschaftsverlag 1987; 5. Auflage 257–260.
15. Starke K, Halm D: Exkurs Methylxanthine In: Forth W, Henschler D, Rummel W, Starke K, eds.: Lehrbuch der allgemeinen und speziellen Pharmakologie und Toxikologie. 7. Auflage. Heidelberg: Spektrum Akad Verlag 1998; 175–177.
16. Wagner H: Coffeae semen. In: Pharmazeutische Biologie – Drogen und ihre Inhaltsstoffe. 5. Auflage. Stuttgart, New York: G Fischer 1993; 208–211.

Denis Zanette: Radprofi war herzkrank
Pordenone (dpa) - Der italienische Radprofi Denis Zanette, der am vorigen Freitag einem Herzinfarkt erlag, starb an den Folgen einer seltenen, angeborenen Herzkrankheit. Sein Zustand habe sich zudem durch eine schlecht verheilte Bronchitis verschlimmert, teilte die Staatsanwaltschaft nach der Obduktion am Dienstagabend in Pordenone mit. Italienische Zeitungen berichteten am Mittwoch, die Ergebnisse der Dopinguntersuchungen liegen erst in einigen Wochen vor. Zanette erlag einem Herzstillstand, als er beim Zahnarzt war. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte darauf seine Wohnung nach Dopingmitteln. Der Zahnarzt hatte ausgesagt, er habe bei der Behandlung keinerlei Betäubungsmittel benutzt. Er habe nur Zahnstein entfernen wollen. Zanette stand nach dem Giro d'Italia 2001 als Mitglied des Liquigas- Teams mit vier seiner Kollegen unter Dopingverdacht, wurde aber nie positiv getestet. Dafür war er in der Vergangenheit des öfteren mit «geduldeten» Mitteln wie Coffein-Präparaten, die auf Dauer das Herz schädigen, in Verbindung gebracht worden. 16. Januar 2003


Körperliches Training: Kaffee ja, Insulin nein!

 Ein Mittel, das bei sportlicher Betätigung die Fettverbrennung anregt und dabei gleichzeitig die Ausdauer erhöht, ist wohl für Profi- und Amateursportler gleichermaßen attraktiv. Dass es sich dabei um den guten alten Kaffee handeln soll, kommt doch etwas überraschend. Das Australian Institute of Sport hat die Wirkung der schwarzen Bohne auf die Performance von Radfahrern getestet und festgestellt, dass die Athleten unter Koffein deutlich länger kräftig in die Pedale treten konnten - bereits bei einer kleinen Menge Kaffee um ein Drittel länger! Dabei wird offenbar vermehrt auf Fettspeicher als Energiequelle zurückgegriffen, während üblicherweise Kohlenhydrate als primärer Kraftstoff dienen.
Bedenken bezüglich des entwässernden Effektes von Koffein zerstreuen die Wissenschafter mit dem Hinweis, dass diese Wirkung erst ab einer hohen Dosierung auftritt. Um positive Effekte zu erzielen, genüge wahrscheinlich jedoch bereits eine Tasse Kaffee vor Beginn des Trainings. Wer nun aber glaubt, er könne es sich mit einem Cappuccino vor dem Fernseher gemütlich machen und so überflüssige Pfunde zum Schmelzen bringen, der irrt. Die Formel lautet nämlich: Kaffee + Ausdauertraining = Fettverbrennung!

Koma statt Wettkampftitel
Eine deutliche Warnung kommt hingegen aus England: Eine Fallstudie im "British Journal of Sports Medicine" berichtet von einem Bodybuilder, der bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Diagnose: Insulin-Missbrauch und daraus resultierender Unterzucker. Aufgrund fehlender Nachweisbarkeit im Dopingtest erfreut sich Insulin in der Kraftsportszene steigender Beliebtheit. Meist wird es in Kombination mit anabolen Steroiden eingenommen. Letztere führen zu vermehrtem Muskelaufbau, während Insulin über eine gesteigerte Glykogen-Einlagerung im Muskel für zusätzliche "Masse" sorgt.
Tatsächlich spielen diese "Athleten" ernsthaft mit ihrer Gesundheit, ja mit ihrem Leben. So kann durch das Überangebot an Insulin die körpereigene Produktion dieses Bauchspeicheldrüsenhormons gehemmt werden, was die Betroffenen zu Diabetikern macht. Während echte Patienten für den Einsatz von Insulin geschult werden, verhalten sich Bodybuilder eher wie Zauberlehrlinge. Gerade in Zusammenhang mit der vor Wettkämpfen üblichen Entwässerung wirken sich die Injektionen fatal aus: Sie führen zu lebensbedrohlichen Hypoglykämien (Unterzuckerung) mit möglicher Endstation Koma und Tod.(NetDoktor, 07.08.2003) -


Koffein von Antidopingliste gestrichen
Zum Jahreswechsel gibt es auch neue Maßstäbe zum Thema Sportler und "Genussmittel". Auf der zum 1. Januar 2004 in Kraft tretenden neuen Verbotsliste der Welt-Antidoping-Agentur Wada erscheinen nun auch Cannabinoide in der Rubrik unerlaubte Stimulanzien. Darauf hat die Nationale Antidoping-Agentur (Nada) in Bonn hingewiesen.
Der Nachweis von Koffein wird dagegen vorerst nicht mehr geahndet. Der Cannabis-Konsum hat allerdings bei Erstverstößen nur eine Verwarnung zur Folge. Erst im Wiederholungsfall droht eine Sperre.
29. Dezember 2003


Theophyllin - leistungssteigernd          aber mit Nebenwirkungen
10 gesunde Probanden führten eine hochintensive Intervallbelastung (Fahrradergometer, 1 min bei 120% VO2max, 3 min Pause) bis zur Erschöpfung durch. Der Test wurde einmal nach vorheriger Gabe von 4,5 mg/kg Theophyllin durchgeführt und einmal nach Placebo. Bei 3 Probanden kam es unter Theophyllin zu Übelkeit und Verwirrtheit, so dass der Versuch nicht beendet werden konnte. Bei den übrigen Versuchspersonen stieg die Belastungszeit nach Theophyllin auf 59,3±5,9 min gegenüber 55,9±6 min nach Placebo an. Dieser ergogene Effekt zusammen mit den möglichen gravierenden gesundheitlichen Nebenwirkungen sollte nach Meinung der Autoren Grund genug sein, Theophyllin auf die Dopingliste zu setzen, wo es bisher, auch wenn es dem Coffein in seinen Eigenschaften ähnelt, nicht steht.
U.K.(Pigozzi F et al.: Oral theophylline supplementation and high-intensity intermittent exercise. J Sports Med Phys Fitness 43 (2004) 535-538)


Coffein-Entzug ist eine Krankheit
BALTIMORE. US-Wissenschaftler sehen nach einer Studie Psychopharmacology (2004; DOI: 10.1007/s00213-004-2000-x) Kaffee als Droge an und wenn der Nachschub unterbrochen sei, drohten Entzugssymptomen, denen vonseiten der Medizin viel zu wenig Beachtung geschenkt werde.
Laura Juliano von der American University in Washington und Roland Griffiths von der Johns Hopkins Universität in Baltimore fordern, dass das Koffeinentzugssyndrom in die nächste Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders DSM aufgenommen wird, der „Bibel für mentale Erkrankungen“, wie es heißt. Zudem sollte der International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) eine Ziffer für die Erkrankung reserviert werden.
Koffein sei das weltweit am häufigsten konsumierte Stimulans. Da die Droge billig und die Beschaffung nicht kriminalisiert ist, könnten die meisten Menschen den Blutspiegel einigermaßen konstant halten und so Entzugssymptome vermeiden. Doch wenn der Nachschub einmal ausbleibe, dann droht nach Einschätzung der US-Forscher den meisten Koffein-Konsumenten ein „kalter Entzug“.
Dies sei lange bekannt. Schon seit mehr als 170 Jahren beschäftige sich die Forschung mit dem Thema, doch noch immer gebe es keine diagnostischen Kriterien, mit deren Hilfe die Ärzte das Syndrom erkennen könnten, wenn es bei ihren Patienten oder bei ihnen selbst auftritt.
Um für Klarheit zu sorgen, haben Juliano und Griffiths die Ergebnisse von insgesamt 57 experimentellen Studien und neun Umfragen ausgewertet. In ihnen werden nicht weniger als 49 unterschiedliche Entzugssymptome genannt, von denen allerdings nur zehn die Validitätskriterien der Autoren erfüllten. Dies waren: Kopfschmerzen, Erschöpfung, Energieverlust, verminderte Wachsamkeit, Schläfrigkeit, herabgesetzte Zufriedenheit, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und das Gefühl keine klaren Gedanken fassen zu können. Hinzu kämen bei einigen Menschen noch grippe-ähnliche Symptome, ja sogar Übelkeit und Erbrechen und Muskelschmerzen/-steifheit seien möglich.
Am häufigsten sei jedoch der Kopfschmerz, der in experimentellen Studien bei 50 Prozent der Kaffeetrinker durch den Entzug ausgelöst werde. Bei 13 Prozent der Abstinenzler komme es zu signifikanten Beschwerden oder einer funktionellen Einschränkung.
Typischerweise würden die Symptome zwölf bis 24 Stunden nach der letzten Tasse Kaffee auftreten. Nach 20 bis 51 Stunden werde das Symptommaximum erreicht. Die Gesamtdauer des Entzugs geben Juliano und Griffiths mit zwei bis neun Tage an.
Die Intensität der Symptome sei abhängig von der vorher konsumierten Menge Kaffee. Aber bereits eine Dosis von 100 Milligramm pro Tag, entsprechend einer kleinen Tasse Kaffee, könne nach der Abstinenz zu Symptomen führen.
Die Zufriedenheit, die viele Menschen nach der ersten Tasse Kaffee am Morgen empfinden, ist in den Augen der Forscher nichts anderes als eine Substitutionstherapie zur Vermeidung der Entzugssymptome, zu denen es aufgrund der nächtlichen Abstinenz komme.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 01.10.2004
Links zum Thema
Abstract der Publikation
http://springerlink.metapress.com/app/home/contribution.asp?wasp=e2wqypyxql1tx4lupj4p&referrer=parent&backto=issue ,12,173;journal,1,184;linkingpublicationresults,1:100390,1

Pressemitteilung der Johns Hopkins Medical Institutions
http://www.hopkinsmedicine.org/Press_releases/2004/09_29_04.html 

Homepage Roland Griffiths
http://neuroscience.jhu.edu/peopledetail.asp?ID=48 


Warum Kaffee dem Herz schadet                  Koffein
Schon zwei Tassen Kaffee pro Tag können die Menge so genannter Entzündungsmarker im Blut erhöhen. Darauf deuten die Ergebnisse griechischer Wissenschaftler hin, die den Zusammenhang zwischen Kaffee-Konsum und den bei einer Entzündung gebildeten Substanzen untersucht haben. Demnach sind die Entzündungswerte bereits ab einer Kaffeeration von mehr als einer Tasse täglich deutlich erhöht. Dieser Effekt erkläre möglicherweise, warum Kaffee häufig mit der Entstehung von Herzkrankheiten in Verbindung gebracht werde, schreiben die Forscher um Antonis Zampelas von der Harokopio-Universität in Athen in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition (Bd. 80, S. 862).

Die Wissenschaftler befragten 3.000 Freiwillige zu deren Ernährungsgewohnheiten. Anschließend untersuchten sie Blutproben der Probanden auf Substanzen, die ins Blut abgegeben werden, wenn irgendwo im Körper eine Entzündung vorliegt. Diese so genannten Entzündungsmediatoren stehen im Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen auszulösen.

Bei Probanden, die jeden Tag mehr als 200 Milliliter Kaffee zu sich nahmen, fanden die Forscher deutlich erhöhte Werte nahezu aller Entzündungsmarker.
Dieser Zusammenhang war unabhängig von anderen Faktoren, die an der Entstehung von Herzkrankheiten beteiligt sein könnten wie Alter, Geschlecht, Körpergewicht und Rauchgewohnheiten.

In mehreren älteren Studien war Kaffeegenuss mit Herzproblemen in Verbindung gebracht worden. Dieser Zusammenhang könnte durch die neuen Ergebnisse erklärt werden, schreiben Zampelas und seine Kollegen. Andere Studien hatten jedoch keinen vergleichbaren Effekt gezeigt. Daher planen die Wissenschaftler nun, den direkten Zusammenhang von Kaffee und Herzkrankheiten zu untersuchen.


Kaffee schützt vor Krebs und Diabetes
Neue Studie belegen positive Effekte - Seltener Parkinson durch mehr Botenstoff  Dopamin im Gehirn - Mehr Lust auf Sex?


Von Samiha Shafy
Berlin - Kaffee ist das meistkonsumierte Getränk in Westeuropa und heute nach dem Erdöl auch das zweitwichtigste Handelsgut der Welt. Die Deutschen trinken pro Kopf und Jahr rund 30 Liter mehr Kaffee als Bier - im Durchschnitt fast 160 Liter. Doch bis heute ist unter Wissenschaftlern umstritten, ob Kaffee der Gesundheit schaden kann. Den unzähligen Studien zu möglichen Risiken stehen ebenso viele gegenüber, die darauf hindeuten, daß Kaffee nicht nur munter und leistungsfähig macht, sondern auch vor Krankheiten wie Parkinson und Krebs schützt.
Vergangene Woche veröffentlichte das US-Krebsinstitut die Ergebnisse einer großen japanischen Studie mit 90 452 Teilnehmern. Sie belegen, daß regelmäßiger Kaffeegenuß das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken, um mehr als die Hälfte senkt. Von denen, die nie oder kaum Kaffee tranken, erkrankten 0,547 Prozent an Leberkrebs; von den Kontrollpersonen die drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag tranken, nur 0,215 Prozent, also weniger als die Hälfte.
Doch es gibt auch schlechte Nachrichten: Schon zwei Tassen Kaffee pro Tag könnten die Menge von Entzündungsbotenstoffen im Blut erhöhen und dadurch Herzkrankheiten begünstigen, fanden griechische Forscher um Antonis Zampelas von der Harokopio-Universität in Athen.
Die bekannte Tatsache, daß Kaffee den Schlaf beeinträchtigen kann, belegten israelische Mediziner um Lotan Shilo von der Universität in Tel Aviv bereits im Jahr 2002. Koffein, eine stickstoffhaltige Verbindung, die nicht nur in Kaffeebohnen, sondern auch in Blättern, Samen und Früchten vieler anderer Pflanzen vorkommt, blockiere ein Hormon mit dem Namen N-Acetyltransferase, das für die Produktion des Schlafhormons Melatonin verantwortlich ist. Bei sechs Versuchspersonen, die abends eine Tasse koffeinhaltigen Kaffees getrunken hätten, sei in der Nacht die Menge des Melatonins im Blut nur halb so groß gewesen wie nach dem Genuß von koffeinfreiem Kaffee. Dadurch sei der Schlafrhythmus nachhaltig gestört worden: Die Probanden hätten durchschnittlich eine Stunde kürzer und weniger tief geschlafen.
Doch es gibt auch weitere gute Nachrichten: Wer täglich mehr als sechs Tassen Kaffee trinke, habe ein um 50 Prozent kleineres Risiko, an Altersdiabetes zu erkranken. Dies fand ein Forscherteam um Frank Hu von der Harvard-Schule für öffentliche Gesundheit in Boston. Auch vor Parkinson soll Kaffee schützen. US-Forscher vom Massachusetts General Hospital in Cambridge haben an Mäusen herausgefunden, daß Koffein die Konzentration des Botenstoffes Dopamin in bestimmten Nervenzellen stabilisiert, die für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind. Bei Parkinson gehen diese Nervenzellen zugrunde, was zu einem Dopaminmangel führt. Es sei aber noch nicht bewiesen, ob Koffein beim Menschen ebenso wirkt. Verschiedene Studien, die statistische Häufigkeiten erfaßten, haben aber tatsächlich gezeigt, daß Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, seltener an Parkinson erkranken.

In weiteren Studien haben Forscher noch mehr Vorteile des Kaffees entdeckt: So sollen einige Tassen täglich vor Darmkrebs, Gallensteinen und Karies schützen, Muskelschmerzen vorbeugen, die Stimmung aufhellen und bei Männern die Fruchtbarkeit erhöhen. Manche behaupten gar, Kaffee wirke liebesstimulierend.
Ressort Wissenschaft aus der Morgenpost vom Sonntag, 27 Februar 2005  http://morgenpost.berlin1.de


Kaffee und Sport: Koffein mindert positive Wirkung

San Diego (ddp). Kaffee kann die positive Wirkung von körperlicher Bewegung auf das Herz deutlich mindern: Schon das Koffein aus zwei Tassen Kaffee beeinträchtigt die Durchblutung des Herzmuskels während sportlicher Betätigung, haben Schweizer Forscher entdeckt. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt dann, wenn ohnehin schon wenig Sauerstoff zur Verfügung steht, wie bei Bewegung in großer Höhe oder bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen. Über ihre Studie berichten Philipp Kaufmann von der Universität Zürich und seine Kollegen in der Fachzeitschrift «Journal of the American College of Cardiology» (Bd. 47, S. 405). An der Studie nahmen 18 gesunde Freiwillige im Alter von 21 bis 33 Jahren teil, die während der letzten Tage vor dem Test auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke verzichtet hatten. Alle Probanden absolvierten eine Trainingsrunde auf einem Fahrrad-Heimtrainer - 10 von ihnen unter normalen Bedingungen und die anderen 8 unter reduziertem Sauerstoffgehalt, wie er in 4500 Metern Höhe herrscht. Damit wollten die Wissenschaftler den Sauerstoffmangel simulieren, unter dem das Herz von Menschen mit koronarer Herzkrankheit oder Arteriosklerose arbeiten muss. Direkt vor und kurz nach der Trainingseinheit bestimmten die Forscher die Durchblutung des Herzmuskels. Anschließend nahmen die Teilnehmer eine Koffeintablette ein, deren Koffeindosis etwa der in zwei Tassen Kaffee enthaltenen entsprach, und wiederholten knapp eine Stunde später den Bewegungstest. Das Ergebnis: Während das Koffein in der Ruhephase keinen Einfluss auf die Herzdurchblutung hatte, reduzierte es den Anstieg des Blutflusses während der sportlichen Betätigung deutlich. Kam noch der Sauerstoffmangel hinzu, war der Effekt fast doppelt so stark wie unter den normalen Bedingungen. Koffein blockiert nach Ansicht der Wissenschaftler demnach wahrscheinlich eine Gruppe von Rezeptoren, die den Gefäßwänden sonst als Reaktion auf den vergrößerten Sauerstoffbedarf den Befehl zum Ausdehnen übermitteln. Obwohl in diesem Fall lediglich gesunde Probanden getestet worden seien, könne diese Wirkung des Koffeins besonders für Patienten gefährlich werden, deren Herzen ohnehin nicht mehr optimal durchblutet werden, sagen die Forscher. Sie empfehlen daher, vor sportlicher Betätigung oder bei Bewegung in den Bergen auf Koffein zu verzichten. In weiteren Studien wollen sie nun genauer untersuchen, wie Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen auf das Aufputschmittel reagieren.17. Januar 2006 netdoktor.de


Leistungssteigerung durch Coffein?

Für viele Subanzen sind leistungssteigernde Wirkungen bekannt. Auchwenn sich dabei meist pharmakologische Effekte nachweisen lassen, wird ein Großteil der Wirkung auch dem sogenannten „Plazeboeffekt“ zugeschrieben. Um dieses Phänomen für Koffein näher zu erforschen, führten 14 männliche Radfahrer ein 40km Zeitfahren unter 4 unterschiedlichen Bedingungen durch:

1) Man sagt dem Probanden, er bekommt Koffein/er erhält Koffein

2) Man sagt dem Probanden, er bekommt Koffein/er erhält Plazebo

3) Man sagt dem Probanden, er bekommt Plazebo/er erhält Koffein

4) Man sagt dem Probanden, er bekommt Plazebo/er erhält Plazebo Bestimmt wurden u.a. die erbrachte Leistung, das Herzfrquenzverhalten, die Laktatkonzentration und die maximale Sauerstoffaufnahme. Unabhängig von der Information führte dabei Koffeingabe zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit, erstaunlicherweise sogar noch stärker bei der Information, dass Plazebo verabreicht würde. Dass es aber auch zu einem Plazeboeffekt kommt, dafür spricht die leichte Leistungssteigerung unter Plazebo bei der Information, man würde Coffein erhalten. Lediglich die wahre Information, der Sportler würde nur Plazebo erhalten, führte zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit. Die Ergebnisse belegen so eindrucksvoll die physiologische und psychologische Wirkung einer Coffeingabe auf die sportliche Leistung bei dieser Belastung.
(Foad AJ, Beedie CJ, Coleman DA: Pharmacological and psychological effects of coffeine ingestion in 40 km cycling performance. Med Sci Sports Exerc 40 (2008) 158-165)

Jahrgang 59, Nr. 2 (2008) DEUTSChE ZEITSCHRIFT für Sportmedizin