Sauerstofftherapeutikum Oxyglobin von Biopure
erhält erste Genehmigung der
Europäischen Union zur Behandlung von Anämie bei Hunden
(ots) Die Biopure(r) Corporation (Nasdaq: BPUR) gab heute bekannt, dass die Europäische Kommission Oxyglobin(r) [Hämoglobin
Glutamer - 200 (bovin)] zur Behandlung von Anämie bei Hunden, eines potentiell lebensgefährlichen Zustands, an dem jährlich
Millionen von Hunde erkranken, in allen 15 Ländern der Europäischen Union zugelassen hat. Oxyglobin, das weltweit einzige
kommerziell erhältliche Sauerstofftherapeutikum seiner Art, wurde im Januar 1998 erstmals von der U.S. Food and Drug
Administration (Nahrungsmittel- und Medikamentenbehörde der USA) für diese Indikation zugelassen.
"Angesichts der Probleme mit Rinderprodukten in Europa betrachten wir die EU-Zulassung für unser aus Rindern gewonnenes
Sauerstofftherapeutikum als weitere Bestätigung des qualifizierten Herstellungsprozesses unseres Unternehmens", sagte Carl W. Rausch, Chairman und Chief Executive Officer von Biopure. "Dieser patentierte Prozess erfüllt die strengen Normen der guten
Herstellungspraxis und ergibt eine reine, sauerstofftragende Lösung, durch die eine Vielzahl der im Zusammenhang mit
Verfügbarkeit und Sicherheit von Bluttransfusionen auftretenden Probleme aufgegriffen werden."
Der positive, im Juli verabschiedete Meinungs- und Beurteilungsbericht des Ausschusses für Tierarzneimittel (CVMP) der
Europäischen Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln (EMEA) bilden die Grundlage für die EU-Zulassung. Laut dieses
Berichts entspricht der Herstellungsprozess von Biopure den EMEA-Richtlinien zur Minimierung des Risikos bei der Übertragung
von spongiformen Enzephalopathieagenzien bei Tieren. Das Risiko der bovinen spongiformen Enzephalopathie wurde in
Freigabestudien aufgezeigt.
Biopure benutzt einen ähnlichen Prozess zur Herstellung von Hemopure(r) [Hämoglobin Glutamer - 250 (bovin)], einem in der
Entwicklung befindlichen Sauerstofftherapeutikum für die Anwendung am Menschen, das derzeit in einer bahnbrechenden klinischen
Teststudie der Phase III in den USA als perioperative Alternative zur Transfusion roter Blutkörperchen bewertet wird. Hemopure
wurde im Rahmen 21 abgeschlossener oder andauernder klinischer Teststudien mehr als 600 humanen Patienten verabreicht.
Sowohl Hemopure als auch Oxyglobin sind mit allen Blutgruppen verträglich, lassen sich bei Zimmertemperatur für einen Zeitraum
von zwei Jahren lagern und wurden mittels eines patentierten, zugelassenen Verfahrens, bei dem infektiöse Agenzien und andere
potentielle Kontaminanten eliminiert werden, gereinigt. Biopure hält im Zusammenhang mit der Gewinnung, Ultrareinigung,
Herstellung, Verpackung und Verwendung seiner Sauerstofftherapeutikum-Technologie 11 Patente in den EU-Staaten und 17
Patente in den USA.
Anämie bei Hunden
Anämie ist ein Mangel an roten Blutkörperchen bzw. Hämoglobin (dem für den Sauerstofftransport verantwortlichen Protein der roten
Blutkörperchen), der durch Blutverlust, ungenügende Produktion von roten Blutkörperchen oder Krankheit hervorgerufen wird. Dieser
Zustand beeinträchtigt die Fähigkeit des Blutes, Sauerstoff zu transportieren und bewirkt einen Sauerstoffmangel im Geweben, der
in schweren Fällen zu Organschäden oder zum Tod führen kann. Derzeit sind Bluttransfusionen die einzige Behandlungsmethode zur
unmittelbaren Minderung der klinischen Merkmale von Anämie bei Hunden. Bluttransfusionen sind in Europa aufgrund des Mangels
an kommerziellen Blutbanken und der ungenügenden Verfügbarkeit von Spenderblut jedoch nur begrenzt möglich. Untersuchungen
zufolge berichten Veterinärpraxen in Frankreich, Deutschland und Großbritannien zusammen über 2,2 Millionen Fälle an
Hundeanämie pro Jahr. Dies entspricht ca.13 Prozent der 16,4 Millionen Hunde in diesen drei Ländern.
Eine neue Behandlungsmöglichkeit
Oxyglobin ist eine sterile, intravenös verabreichte sauerstofftragende Lösung, die aus gereinigtem und aus Stabilitätsgründen
chemisch vernetztem (mehrere kleinere, gebundene Moleküle) Rinderhämoglobin besteht. Jede Dosis Oxyglobin umfasst 16
Gramm vernetztes Hämoglobin in 125 Millilitern abgeglichener Salzlösung. Nach der Infusion
zirkulieren diese vernetzten Hämoglobinmoleküle im Plasma (dem flüssigen Bestandteil des Blutes) und transportieren Sauerstoff - ungeachtet der fehlenden
roten Blutkörperchen.
"Oxyglobin ist ein leicht verfügbares Therapeutikum, das Tiermedizinern die effektive und sichere Behandlung von anämischen
Hunden erlaubt, indem es unmittelbare Unterstützung beim Sauerstofftransport zur Verfügung stellt", teilten Dr. med. vet. Urs Giger,
Diplomate, ACVIM und ECVIM, und Charlotte Newton Sheppard, Professorin der Medizin an der University of Pennsylvania School
of Veterinary Medicine und Professorin der Medizin an der Universität zu Zürich, mit. "Grundsätzlich agiert das Produkt als
unmittelbare Sauerstoffbrücke zur Stabilisierung des anämischen Tieres, bis der zugrundeliegende Zustand behandelt werden kann
und das Tier in der Lage ist, eigene rote Blutkörperchen zu produzieren."
Biopure hat in den Vereinigten Staaten über 35 000 Einheiten Oxyglobin zur Behandlung einer breiten Palette von mit Anämie im
Zusammenhang stehenden Zuständen verkauft. Zusätzlich zu seiner kommerziellen Anwendung wurde das Produkt an mehr als 2000 Tieren und 10 verschiedenen Arten untersucht. Die Ergebnisse einer bahnbrechenden klinischen Teststudie in einer Reihe von
medizinischen Einrichtungen mit 64 anämischen Hunden zeigten eine Wirksamkeitsrate von 95 Prozent in den mit Oxyglobin
behandelten Tieren, im Vergleich zu 32 Prozent in der unbehandelten Referenzgruppe. Mit Oxyglobin behandelte Hunde verfügten
über deutlich höhere Plasmahämoglobin-Konzentrationen und einen im Vergleich zur Kondition vor der Behandlung verbesserten
physischen Zustand, gemessen an der Herzfrequenz, am Verhalten und an der körperlichen Aktivität.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei Hunden in Sicherheitstestreihen waren eine vorübergehende Verfärbung von
Sklera und Urin, Erbrechen sowie eine übermäßige Gefäßerweiterung nach der Verabreichung von über der empfohlenen Dosis
liegenden Dosen. Zu den weniger häufig auftretenden Nebenwirkungen, die möglicherweise nicht im Zusammenhang mit der
Verabreichung von Oxyglobin stehen, gehörten Durchfall, Fieber, Herzrhythmusstörungen und Kurzatmigkeit.
Die Biopure Corporation mit Hauptsitz in Cambridge, US-Bundesstaat Massachusetts, ist eines der führenden Unternehmen im
Bereich Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Sauerstofftherapeutika zur Anwendung in der Veterinär- und Humanmedizin.
Diese Pharmazeutika werden zur Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff intravenös in das Kreislaufsystem appliziert. Oxyglobin(r)
ist in den Vereinigten Staaten und in der Europäischen Union für die Veterinäranwendung zugelassen. Hemopure(r) ist ein in der
Entwicklung befindliches Produkt, das derzeit in erweiterten klinischen Teststudien zur Anwendung am Menschen evaluiert wird.
Biopure Netherlands, B.V., hält die europäischen Vermarktungsrechte für Oxyglobin(r). Biopure verfügt über Produktionsstätten in
Cambridge, Massachusetts, Souderton, Pennsylvania und Dover, New Hampshire.
D O P I N G "Einfach
die Spritze ins Bein"
Bengt Saltin, Leiter des dänischen Anti-Doping-Verbands, über die Epo-Kontrollen
in Sydney, die neue Wunderdroge Hemopure und die Möglichkeit des Gen-Dopings
Bengt Saltin, 65, leitet das renommierte Muskelforschungszentrum in Kopenhagen.
Der Professor für Physiologie wird vom 1. Oktober an der neu gegründeten
Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) angehören.
SPIEGEL: Herr Saltin, erstmals werden bei den Olympischen Spielen
in Sydney die Athleten auf Hormondoping mit Epo getestet. Der Präsident
des Internationalen Olympischen Komitees, Juan Antonio Samaranch, jubelte
kürzlich, die Spiele würden deshalb "zu 100 Prozent sauber" sein. Ist
so viel Optimismus angebracht?
Saltin: Nein, auf gar keinen Fall. Denn es gibt bereits die nächste
Generation von Dopingmitteln, die Epo ablösen wird. Das Präparat heißt
Hemopure und wird bislang ausschließlich von einer Firma in Amerika produziert.
SPIEGEL: Was ist der Unterschied zwischen Epo und Hemopure?
Saltin: Epo ist ein Mittel, das im Körper rote Blutkörperchen bildet.
Hemopure bildet keine roten Blutkörperchen, sondern ersetzt sie. Es ist
eine aus Rinderhämoglobin bestehende Lösung, die Sauerstoff binden und
im Blut transportieren kann. Das Medikament verträgt sich mit allen Blutgruppen
und soll zum Beispiel bei Dialysepatienten die Transfusion von roten Blutkörperchen
überflüssig machen.
OXYGLOBIN
(Homepure)
SPIEGEL: Und welchen Dopingeffekt hat die neue Droge? Saltin:
Hemopure erzielt denselben Effekt wie Epo es steigert den Sauerstoffgehalt
im Blut, und je mehr Sauerstoff in den Adern unterwegs ist, desto größer
ist die körperliche Leistungsfähigkeit des Menschen. Der grundlegende
Unterschied zwischen Epo und Hemopure ist der: Ein Langstreckenläufer
muss mehrere Wochen lang Epo nehmen, bis der optimale Dopingeffekt eintritt.
Bei Hemopure hingegen würde es reichen, wenn er sich in der Umkleidekabine
zehn Minuten vor dem Start einfach die Spritze ins Bein drückt. Die Wirkung
setzt sofort ein und bleibt mindestens einige Stunden bestehen.
SPIEGEL: Bei einem Sportler, der mit Epo dopt, verschlammt das
Blut. Es können sich Thrombosen bilden, oder es kann zum Herzinfarkt kommen.
Wie gefährlich ist Hemopure?
Saltin: Bei Doping mit Hemopure besteht das gleiche Risiko wie
bei einer Organtransplantation. Weil dem Menschen ein fremdes Protein
injiziert wird, kann es zu einer Immunreaktion bis hin zum Schock kommen.
SPIEGEL: Glauben Sie, dass inzwischen schon mit Hemopure gedopt
wird?
Saltin: Da bin ich mir ziemlich sicher. Ich habe Quellen, die mir
bestätigen, dass sich Fahrer bei der letzten Tour de France mit Hemopure
gedopt haben. Beweisen kann ich das natürlich nicht, aber es war ja bisher
immer so: Wenn ein neues Präparat auf den Markt kommt, experimentieren
Sportler wenig später damit herum.
SPIEGEL: Welche Quellen haben Sie denn?
Saltin: Ich will nicht mehr sagen, als dass es sich um Leute handelt,
die zum Servicepersonal der Rennteams gehören, also engen Kontakt zu den
Fahrer haben.
SPIEGEL: Gibt es eine Möglichkeit, den Missbrauch von Hemopure nachzuweisen?
Saltin: Nein, im Moment gibt es diese Möglichkeit noch nicht. Und
man wird auch bei den Olympischen Spielen noch nicht in der Lage sein,
die Athleten auf Hemopure zu testen.
SPIEGEL: Also wird in Sydney mit Hemopure gedopt? Saltin: Ja,
ich denke schon. Aber ich glaube nicht, dass es massiv verwendet wird.
Dafür ist Hemopure noch zu schwer zu bekommen. Allerdings müssen wir spätestens
bei den Winterspielen 2002 in Salt Lake City darauf eingerichtet sein.
SPIEGEL: Bei den kommenden Sommerspielen in Sydney sollen insgesamt
300 Bluttests bei Athleten aller Sportarten durchgeführt werden. Können
damit alle überführt werden, die Epo nehmen?
Saltin: Nein, leider nicht. Bei diesen Kontrollen wird das Blut als
A-Probe und der Urin als B-Probe herangezogen. Zwar kann der Bluttest
Veränderungen im Blut des Sportlers feststellen, die auf einen Epo-Missbrauch
schließen lassen. Aber der Urintest wird ganz sicher immer negativ ausfallen.
SPIEGEL: Wieso das? Immerhin gilt doch der Urintest, mit dem körpereigenes
von gentechnisch hergestelltem Epo unterschieden werden kann, als einzige
Möglichkeit, einen Missbrauch direkt zu beweisen.
Saltin: Weil die Athleten einfach eine Woche vor dem Wettkampf aufhören
werden, Epo zu nehmen. Und drei, vier Tage nach der letzten Dosis ist
es nun mal unmöglich, im Urin noch Epo-Spuren zu finden obwohl der Dopingeffekt
noch Wochen anhält.
SPIEGEL: Was bedeutet das für die Dopingfahnder in Sydney?
Saltin: Ganz einfach: Sie stehen auf verlorenem Posten und werden
niemanden des Dopings mit Epo überführen können. Die Regeln wollen es
so, dass ein Sportler freigesprochen werden muss, wenn die B-Probe negativ
ist.
SPIEGEL: Entscheiden heute eigentlich noch Talent und Training über
Sieg und Niederlage?
Saltin: Natürlich, ohne Talent und jahrelanges Training schafft
es niemand, Topleistungen zu bringen. Um allerdings das Letzte aus seinem
Körper herauszuholen, ist vielen Sportlern jedes Mittel recht. Wenn man
so will, ist Doping das Sahnehäubchen.
SPIEGEL: Bei der Tour de France erklimmen die Radprofis selbst
schwerste Anstiege in schier unglaublichem Tempo. Haben Sie eine Idee,
wie die Fahrer das schaffen?
Saltin: Es ist falsch zu glauben, man könne die Tour de France
nicht ohne Doping gewinnen. Nur: Ohne Doping würden die Fahrer sehr viel
länger unterwegs sein. Es ist doch so: In unserer Gesellschaft werden
nur Sieger belohnt und auch im Radsport geht es um immer mehr Geld.
Wenn einer anfängt zu dopen, ziehen alle nach.
SPIEGEL: Das gilt nicht nur für den Radsport.
Saltin: Es ist völlig ausgeschlossen, im Skilanglauf eine Medaille
zu gewinnen, ohne in irgendeiner Weise seinen Hämatokritwert zu erhöhen.
Und Ian Thorpe, dieser australische Wunderschwimmer, der einen Weltrekord
nach dem anderen aufstellt der ist für mich ein Mysterium. Also seine
Zeiten sind schon sehr beeindruckend.
SPIEGEL: Das Beispiel Hemopure zeigt, dass immer effektiver gedopt
werden kann. Wie sieht die Zukunft des Dopings aus?
Saltin: Ich bin mir ganz sicher, dass es spätestens in vier oder
fünf Jahren Doping durch künstliche Genveränderung geben wird. Die Dopingfahnder,
die das als Hokuspokus abtun, sind völlig realitätsfern.
SPIEGEL: Ist die Forschung auf diesem Gebiet schon so weit fortgeschritten?
Saltin: Ja, selbstverständlich. Und wieder spielt Epo eine Rolle.
Wissenschaftlern der Pennsylvania State University ist es nämlich gelungen,
mit Hilfe eines harmlosen Schnupfenvirus ein Gen in Versuchsmäuse und
Affen einzuschleusen, das die Produktion von Epo in den Tieren selbst
ankurbelt und für ein Jahr oder länger aufrechterhält. Die Ergebnisse
sind beeindruckend: Der Hämatokritwert verdoppelt sich innerhalb von nur
zwei Wochen. Es wird nicht lange dauern, dann wird man die Methode bei
Menschen anwenden.
SPIEGEL: Der britische Biologe Geoffrey Goldspink forscht mit dem
Wachstumshormon MFG, das den Muskelaufbau aktiviert und in der Bodybuilderszene
als neues Wundermittel angepriesen wird.
Saltin: Dieses Hormon, das auch mit Hilfe eines Virus in den Körper
eingebracht wird, lässt Muskeln bis zu 20 Prozent wachsen. Anabole Steroide
gehören bald der Vergangenheit an.
SPIEGEL: Ist Gen-Doping nachweisbar?
Saltin: Es ist praktisch unmöglich. Um einen eindeutigen Beweis
antreten zu können, müsste man die Gen-Fähre, also den Virus, finden.
Dazu muss der Analytiker aber genau wissen, in welchen Körperteil injiziert
wurde. Man sucht gewissermaßen die Nadel im Heuhaufen.
SPIEGEL: Der Olympiasieger der Zukunft ist ein Produkt aus dem
Gen-Labor?
Saltin: Es kann sein, dass bei den Olympischen Spielen 2012 die Weltrekorde
nur so purzeln. Ein 100-Meter-Läufer könnte im Vor- und Zwischenlauf,
im Halbfinale und Finale jeweils einen neuen Weltrekord laufen. Alle Verantwortlichen
wissen, dass der Athlet genmanipuliert ist aber niemand kann etwas dagegen
tun.
INTERVIEW: MAIK GROSSEKATHÖFER
Quelle: Der Spiegel Online
20. Internationaler Kölner Workshop für Dopinganalytik
28.03.2002 - (idw) Deutsche Sporthochschule Köln Manfred Donike
Award geht an Franscoise Lasné
Zum 20. Mal fand in diesem Jahr der von der Manfred Donike
Gesellschaft e.V. und dem Institut für Biochemie organisierte
Internationale Kölner Workshop für Dopinganalytik an der Deutschen
Sporthochschule in Köln statt (10.-15.03.2002). In diesem Jahr nahmen
110 Wissenschaftler aus insgesamt 37 Ländern teil, darunter die Leiter
fast aller IOC akkreditierten Laboratorien (zur Zeit sind 27
Laboratorien weltweit vom IOC akkreditiert).
Im Mittelpunkt standen neue Techniken zum Nachweis von Dopingsubstanzen
sowie die Problembereiche Nahrungsergänzungsmittel, Prohormone,
Erythropoietin und neue Sauerstoffsträger, wie quervernetzte Hämoglobine.
Eine vom IOC geförderte Studie zur Ermittlung von nicht entsprechend
deklarierten mit Prohormonen verunreinigten Nahrungsergänzungsmitteln
identifizierte von 643 international ausgewählten Produkten 94
Präparate, die Prohormone von Nandrolon bzw. Testosteron enthielten.
Damit bestätigen sich die bisherigen Ergebnisse und die Empfehlungen für
Athleten, keine ungeprüften Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden.
Prohormone wie Androstendion können im menschlichen Organismus zu
Testosteron umgewandelt werden und physiologisch wirksame
Konzentrationen im Blut erreichen. Eine Studie aus England untersuchte
die Testosteronspiegel im Blut nach einer einmaligen oralen Einnahme von
100mg Androstendion bei erwachsenen Frauen und wies entsprechende
Blutspiegel bis zu acht Stunden nach Anwendung nach. Somit wird die
Vermarktung von Prohormonen als Nahrungsergänzungsmittel immer
zweifelhafter. Eine Deklarierung von Prohormonen als Arzneimittel, wie
es in Deutschland und Europa vorgeschrieben ist, muss international
angestrebt werden.
Die Workshopteilnehmer beschäftigten sich intensiv mit den bisherigen
Erfahrungen zum EPO-Nachweis. Die Daten einer Validierungsstudie, an
denen die IOC akkreditierten Laboratorien in Barcelona, Lausanne, Paris,
Oslo und Sydney teilgenommen hatten, zeigten die Anwendbarkeit der
Methode, mit der neue EPO-Analoge wie Darbepoetin erfasst werden können.
Der Nachweis von neuen Sauerstoffträgern, wie Hämopur und Oxyglobin,
auch als quervernetzte Hämoglobine bezeichnet, kann anhand von
Blutproben vorgenommen werden. Die Substanzen liegen zellfrei
vor und sind nicht wie Hämoglobin in den roten Blutzellen (Erythrozyten)
lokalisiert. Aufgrund des deutlich
höheren Molekulargewichts von Hemopur gegenüber dem körpereigenen
Hämoglobin ist eine Differenzierung
und der Nachweis möglich.
Mit dem Manfred Donike Award, gestiftet von der Firma Agilent
Technologies, wurden experimentelle Arbeiten der französischen
Wissenschaftlerin Franscoise Lasné zum EPO-Nachweis gewürdigt.
Franscoise Lasné ist Mitarbeiterin im französischen Dopingkontrolllabor
Laboratoire National de Depistage du Dopage Creps bei Paris. Mit der von
ihr entwickelten Nachweismethode von Erythropoietin (EPO) im Urin wurde
erstmals der eindeutige Nachweis des Missbrauchs von EPO ermöglicht. Die
Methode wurde im November 2001 vom IOC anerkannt und konnte in Salt Lake
City 2002 erfolgreich eingesetzt werden. Auch der gleichzeitige Nachweis
des EPO-Analogen Darbepoetin ist damit möglich.
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