PERFLOURCARBON (PFC)

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Perfluorcarbon (PFC)  mehr auf  Blutersatzstoffe Oxyglobin Eigenblutspende  

Telekom-Arzt Dr. Heinrich 
19.07.99 - Am zweiten Ruhetag der Tour de France am Montag wurden die Schlagzeilen beherrscht von zwei Themen, die mit Doping in Zusammenhang stehen: Der Fall Ludo Dierckxens und die erstmalig durchgeführten Dopingkontrollen, bei denen alle 
152 Rennfahrern auf das neuartige und sehr gefährliche Perfluorcarbon (PFC) getestet wurden. 
Dr. Heinrich: Mit diesen neuartigen Tests, die etwa so ablaufen wie ein Alkohol-Test bei der Polizei, kann man PFC im Atem nachweisen, und zwar noch sechs Wochen, nachdem einer PFC genommen hat. Der Test ist eine sehr elegante Lösung, der für 
die Rennfahrer sehr problemlos ist. Auch für andere Sportarten, bei denen etwa keine Blutkontrollen wie beim Radsport gemacht werden, ist das sicherlich eine gute Sache, wenn sich diese Kontrollen, die ja noch in der Testphase sind, bewähren. Auch bei Trainingskontrollen kann man diesen Test dann anwenden und da der Nachweis noch nach sechs Wochen gelingt, könnte man mit monatlichen Tests lückenlos kontrollieren. 
Was ist PFC überhaupt und wie funktioniert es? 
Dr. Heinrich: PFC ist in der Forschung der Notfallmedizin entwickelt worden. In Deutschland und Europa ist PFC überhaupt nicht zugelassen und wird noch nicht einmal klinisch getestet, sondern erst in Tierversuchen. Es hat sehr toxische Nebenwirkungen. Ein Spezialist hat mir erzählt, daß die Tiere in den Versuchen nicht lange überleben. Ziel der Forschung ist es, eine Art Blutersatz zu entwickeln, den man bei Notfällen bei großem Blutverlust geben kann, ohne daß man auf Blutgruppenzugehörigkeit usw. achten muß. 
Und wie verbreitet ist PFC als Dopingmittel ihrer Einschätzung nach? 
Dr. Heinrich: Es ist ganz sicher nicht weit verbreitet. Das Risiko ist viel zu groß, daß es den möglichen leistungssteigernden Effekt 
gar nicht lohnen würde. Aber es gibt immer ein paar dumme Jungs, die vor sich selbst beschützt werden müssen. PFC ist wirklich sehr, sehr gefährlich, Daher rechtfertigen sich auch die Tests, zumal diese ja auch so schonend durchgeführt werden können. 


Um Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit zu steigern, steht Sportlern heute eine große Auswahl von Präparaten zur Verfügung.  Anabolika sind Substanzen, die dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähneln und die Bildung von Muskelmasse anregen. Sie werden vor allem von Kraftsportlern wie Bodybuildern und Gewichthebern eingenommen. Erythropoietin (kurz "Epo") regt die Bildung roter Blutkörperchen an und fördert so die Sauer- stoffversorgung der Muskeln. Von Epo-Spritzen profitieren insbesondere Ausdauersportler, wie Radfahrer und Langstreckenläufer. Durch Epo verdickt sich aber das Blut. Verliert der Sportler beim Training viel Wasser, können gefährliche Blutgerinnsel entstehen.
Perfluorcarbon verbessert ebenfalls die Sauerstoffaufnahme des Bluts. Die Substanz wurde
bisher nur im Tierversuch getestet. Ihre Nebenwirkungen sind daher unbekannt. Einige Sportler nehmen sie trotzdem. (cos.)
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Die Tour war absolut sauber    SPIEGEL ONLINE 30/1999
Die Dopingkontrollen während der diesjährigen Tour de France brachten allesamt negative Ergebnisse. Dies bestätigte der
Radsport-Weltverband (UCI) fünf Tage nach dem Ende der Frankreich-Rundfahrt stolz.
Im Gegensatz zur Skandal-Tour 1998 ist die 86. Tour de France offiziell "dopingfrei" über die Bühne gegangen. Fünf Tage nach dem
Finalsieg von Lance Armstrong (USA) auf den Champs-Elysees in Paris bestätigte der Radsport-Weltverband (UCI), daß sämtliche Dopingproben negative Ergebnisse erbracht hätten. 
Alle 180 Fahrer hatten sich vor dem Start Blutkontrollen unterziehen müssen, zudem waren erstmals Corticosteroid-Tests durchgeführt
worden. Armstrong war während des Rennens in die Doping-Spekulationen geraten, weil ihm geringe Spuren von Corticosteroiden nachgewiesen wurden. Diese waren allerdings das Resultat einer von der UCI genehmigten Hautcreme. 
Am zweiten Ruhetag der Tour waren die Fahrer zu "freiwilligen" Atemtests gebeten worden, um dem EPO-ähnlichen Mittel
Perfluorcarbon (PFC) auf die Spur zu kommen. Die Kontrollen hatte das französische Sportministerium angeordnet, um eine neue
Nachweismethode zu überprüfen, die im nationalen Dopinglabor von Chatenay-Malabry entwickelt wurde. Die Ergebnisse dieser
Überprüfungen wurden nicht bekanntgegeben, da lediglich festgestellt werden sollte, inwieweit PFC-Gebrauch verbreitet ist. 


Erstmals durchgeführte PFC-Tests alle negativ 
Alle während der Tour de France durchgeführten PFC-Tests verliefen nach Verlautbarung der UCI negativ. Erst kurz vor dem Start der Tour war es dem französischen Doping-Labor in Châtenay Malabry gelungen, eine Nachweismethode zu entwickeln. Perfluorcarbon ist ein synthetisch hergestelltes Molekül. Das Fluor bindet den Sauerstoff im Gewebe. Zusätzliche Gabe von Perfluorcarbon bindet mehr Sauerstoff, dient also dazu, dass das Gewebe mehr Sauerstoff aufnehmen und transportieren kann. Gesundheitliche Risiken können durch eine Fluor-Anhäufung im Gewebe mit der Gefahr von Schwermetallvergiftungen, Organschäden und Embolien entstehen. PFC hat keine Aus-wirkung auf das Hämaglobin und die Höhe des Hämatokritwertes.  Überprüft wurden die Atemwerte, die Methode ist der des Alkoholtests ähnlich. PFC läßt sich anhand des Tests bis zu drei Wochen zurückverfolgen. 


Perfluorocarbone (PFC) (C6F14) in der Medizin
Wirkmechanismen von Perfluorcarbonen beim  Akuten Lungenversagen und Möglichkeiten zur therapeutischen Intervention
In den letzten Jahren konnten durch die partielle Flüssigkeitsbeatmung mit Perfluorocarbonen (PFC) beachtliche Erfolge bei
schwerer respiratorischer Insuffizienz erzielt werden. Ungelöst sind bisher jedoch unerwünschte Nebeneffekte wie das
Auftreten von hohen Beatmungsdrücken mit der Entwicklung eines Barotraumas der Lunge. In unserer Arbeitsgruppe
gelang es erstmals durch Verdampfen von PFC (C6F14) den Gasaustausch bei Ölsäure-induziertem Lungenschaden beim
Schaf signifikant zu verbessern und die erhöhten Atemwegsdrücke zu senken. Im Hinblick auf therapeutische
Konsequenzen werden die protektiven Effekte von PFC in unserer Arbeitsgruppe näher analysiert. Hierzu werden die
Effekte auf den pulmonalvaskulären Tonus und die Gefäßwandpermeabilität sowie auf die Mediatorsynthese und
Surfactantproduktion nach unterschiedlichen Schädigungsmechanismen (akut inflammatorische Schädigung durch Endotoxin
bzw. Calciumionophor und chronisch fibrotischer Lungenschädigung durch Bleomycin) untersucht. Daneben werden
potentielle antiinflammatorischer Effekte in vitro an verschiedenen Zellreihen (Lymphozyten, Monozyten,
Alveolarmakrophagen) analysiert.
Zusammenfassend werden die Wirkmechanismen von PFC bei respiratorischer Insuffizienz am Gesamtorganismus, am Organ Lunge und auf zellulärer Ebene untersucht, um eine gezielte und sichere Anwendung dieses erfolgversprechenden Therapieansatzes in naher Zukunft zu ermöglichen. 
Vergleichende Untersuchungen zur Therapie des "Acute Respiratory Distress-Syndrome" (ARDS) durch inhaliertes Perfluorcarbon und Prostaglandin am Schafsmodell
Dr. M. Ragaller Dr. J.U. Bleyl.; Dipl.-Ing M. Regner; Dr. M. Kanzow; Dr. U. Tschö
In der Therapie des schweren ARDS, welches weiterhin mit Letalitätsraten von 50 bis zu 80% behaftet ist, gewinnen pulmonal applizierte Medikamente immer mehr an Bedeutung. Ziel dieser Studie ist es, bestimmte Medikamente über die Applikation per Inhalationem direkt in das von der Erkrankung betroffene Organ Lunge zu applizieren, um deren Wirksamkeit in Bezug auf die Verbesserung des Gasaustausches, der Haemodynamik und der inflammatorischen Antwortreaktion im Bereich der Lunge zu untersuchen.


Neue Dopingmittel-- Neue Blutersatzstoffe kommen bald auf den Markt. 
de./AFP Neue Medikamente, die als Dopingmittel missbraucht werden können, dürften in absehbarer Zeit öffentlich zugelassen werden. Dies berichtet die französische Fachzeitschrift "Science et Avenir" in ihrer neuesten Ausgabe. Es handelt sich vor allem um Blutersatzstoffe, die das Doping mit Epo ablösen könnten. Die so genannten Perfluorkarbone (PFC) haben für Doper den Vorteil, dass sie die Sauerstofftransportfähigkeit des Blutes verbessern, ohne den Blutdickewert (Hämatokrit) zu erhöhen. Im Radsport und im Langlauf gelten seit 1997 Hämatokritgrenzwerte. Experten gehen davon aus, dass seit jenem Jahr mit PFC experimentiert worden ist. Mehrere lebensgefährliche Komplikationen bei Radsportlern haben aber die Risiken des neuen Mittels vor Augen geführt.
Sicherer anzuwendendes PFC 
Ein kalifornisches Labor hat jetzt ein PFC-Medikament (Oxygent) entwickelt, das sicherer anzuwenden sein soll. Es befindet sich zurzeit in der klinischen Versuchsphase. Bereits erhältlich sind russische (Perftoran) und chinesische PFC-Produkte. PFC sind in der Atemluft, im Blut und im Urin allerdings leicht nachzuweisen; erste experimentelle Tests gibt es aber einzig bei den Radprofis. Gemäss "Science et Avenir" werden in der aktuellen pharmazeutischen Forschung zudem vier neue Arten von gentechnisch verbessertem Hämoglobin entwickelt, das als Dopingmittel ähnliche Wirkung hat wie die PFC-Produkte. In den USA werden weiter Medikamente getestet, die die natürliche Produktion von Wachstumshormonen anregen. (de./AFP)Tages-Anzeiger 30.7.99


Brite-EuRam-Projekt 7318 (ab 07/94) Prof. (em) Dr. H. Meinert Dr. P. Reuter, Dr. W. Röhlke, Dr. U. Geister, C. Lenz, J. Bär, H.-H. Medenblik
Stichworte: Blutersatzstoffe, Sauerstofftransport, Perfluorcarbone, Fluorcarbone, Emulsionen, Biologische Verträglichkeit, Tenside, Zellkulturen, Immunabwehr 
Ziel ist die Erforschung und Entwicklung von sauerstoffübermittelnden Systemen auf Basis von emulgierten Perfluorcarbonen in physiologisch verträglichen,
infundierbaren Medien. Aufgrund ihrer hohen chemischen und biologischen Inertheit und ihrer außergewöhnlich hohen Sauerstofflöslichkeit sind Perfluorcarbone Basis dieser Systeme. Eine Emulsifizierung ist unbedingt notwendig, da Perfluorcarbon in Wasser nicht löslich ist. Die erforschten Systeme werden entwickelt und optimiert für die klinische Anwendung zur Transfusion, zur Organkonservierung, in der Diagnostik, in der Gefäßchirurgie, in der Herzchirurgie u.v.a. 
Diese Arbeiten werden durchgeführt in Kooperation mit drei Hochschularbeitsgruppen in Nizza, Padova und Nottingham. 
Die Ulmer Arbeitsgruppe befaßt sich mit der Entwicklung von Emulsionen hauptsächlich auf Basis der Zulieferungen der drei o.g. Kooperationsgruppen. Es werden
Emulsionen für praktische oder klinische Anwendung entwickelt, die sich durch hohe Lagerfähigkeit, kleine Partikelgrößen, Sterilisierbarkeit nach
Arzneibuchvorschriften und unbedenkliche Verträglichkeit in biologischen bzw. menschlichen Systemen auszeichnen. 
Im Zusammenhang mit Verträglichkeitsuntersuchungen findet eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen klinischen Einrichtungen (Tübingen, Würzburg) zur
Erstellung von in-vitro-Systemen auf Grundlage von Zellkultur- und Immunreaktionsuntersuchungen statt. In den Rahmen dieser Forschungsarbeiten fallen auch
in-vivo-Untersuchungen von Ort, Ausmaß und Ablauf der Immunabwehrreaktionen. Objekt dieser Untersuchungen sind Perfluorcarbon-Emulsionen, ihre Bestandteile und chemisch verwandte Systeme und Substanzen. 
1.Meinert, H., Knoblich, A.: The Use of Semifluorinated Alkanes in Blood Substitutes. Biomat., Art. Cells & Immob. Biotech. 12, 5:583, 1993 
2.Meinert, H., Geister, U., Mader, J.: Bestimmung der Kovats-Indizes teilfluorierter Ether. InCom '93 Tagungsband, 1993 
3.Meinert, H.: Anwendung von Perfluorcarbonen in der Ophthalmologie und von Perfluorcarbon-Emulsionen in der klinischen Medizin. Ges. Biomed. Tech. 4:12,
1993 
4.Meinert, H., Fackler, R., Knoblich, A., Mader, J., Reuter, P., Röhlke, W.: On the Perfluorocarbon Emulsion of Second Generation. IN: Blood Substitutes and
Oxygen Carriers, Chang T.M.S. (ed.), Dekker, New York, 577, 1993 
5.Meinert, H., Röhlke, W., Mader, J., Reuter, P., Knoblich, A., Geister, U., Fackler, R., Balla, S.: Perfluorinated and partially fluorinated organic compounds.
Preparation, characterization and application. Die Makromolekulare Chemie 82:201, 1994 
6.Meinert, H., Mader, J., Röhlke, W., Thewalt, U., Debaerdemaker, T.: On the formation and crystal structurs of a,w-perfluordimorpholinoalkanes. J. Fluorine
Chem. 67:235, 1994 
7.Meinert, H., Reuter, P., Röhlke, W., Cambon, A., Szönyi, S., Gaysinski, M.: Liposomes and liposome-like vesicles in perfluorocarbon emulsions. J. Fluorine Chem.
66:203, 1994 
8.Northoff, H., Haidmann, L., Reuter, P., Mader, J., Meinert, H.: Biocompatibility of synthetic oxygen carriers and fluorosurfactants. Infusionstherapie, in press 
9.Koester, M., Lutz, J., Augustin., A.J:, Meinert, H.: Perfluorocarbon emulsion tested for biocompatibility in macrophages by means of a magnetometric method.
Pflüg. Arch. Europ. J. Physiology, in press 
10.Edwards, C.M., Lowe, K.C., Röhlke, W., Reuter, P., Geister, U., Meinert, H.: Dose-dependent inhibition of human blood neutrophils by a perfluorochemical
emulsion respiratory gas carrier. Br. J. of Pharmacology, in press 
Finanzierung der Forschungsprojekte: 
EU (Vertrag Nr. BRE-0943), DFG 
Kooperationen: 
Prof. Dr. A. Cambon, Université de Nice-Sophia Antipolis, Laboratoire de Chimie Organique du Fluor, Parc Valrose, 06034 Nice Cedex (Frankreich) 
Prof. Dr. G.P. Gambaretto, Universita Degli Studi Padova, Facoltà di Chimica Industriale, Via F. Marzolo 9, 35131 Padova (Italien) 
Dr. K. Lowe, University of Nottingham, Department of Life Science, University Park, Nottingham NG7 2RD (England) 
Alle "Chemically and physiologically inert oxygen-carrying perfluorocarbons as body-fluid replacements" (o.g. EU-Projekt) zusammen mit Universität Ulm 
Preise: 
1995 Jefferson, Monika, und Wagner, Michael 3M Student Award, Dezember 1995  Symposien/Konferenzen: 
1993 11th Winter Fluorine Conference, St. Petersburg (USA); Januar 
1993 205th ACS National Meeting Denver (USA), März 
1993 72. Jahrestagung  der Dt. Physiologischen Gesellschaft München, März 
1993 Prague Meetings on Macromolecules, 34th Microsymposium Fluorinated Monomers and Polymers, Prag (Czech Rep.), Juli 
1994 Fluorine in Medicine in the 21st Century, Manchester (GB), April 
1994 14th International Symposium on Fluorine Chemistry, Yokohama (Japan), Juli/August 
1994 Brite-EuRam II-Workshop (EU) Pisa (Italien), September  
1995 GDCh-Kolloquium FHO Emden, Oktober 


Dopingvorwürfe! Doch Mauro schweigt Was hat Gianetti zu verbergen?  VON HANS-PETER HILDBRAND 
RIAZZINO ­ Zur Zeit ist nichts bewiesen. Zur Zeit ist Mauro Gianetti unschuldig. Aber es brodelt rund um den Tessiner Radprofi. Der 34jährige Familienvater lässt sich mit allen Mitteln gegen die Dopingvorwürfe verteidigen.
Mit seinem Schweigen und Tun verhindert er, dass Licht ins Dunkel kommt. Warum? Mauro, was hast du zu verbergen? 
Tagelang rang Mauro Gianetti im Mai in der Lausanner Uniklinik mit dem Tod. Er war an der Tour de Romandie zusammengebrochen und fiel ins Koma. Die Diagnose: Schwere Beeinträchtigung der Leber und des Verdauungstraktes. Mauro Gianetti sprach von einer «Allergie, die den Kreislaufkollaps auslöste» ­ der Lausanner Arzt Dr. Gérald Gremion von Doping, vom hochgefährlichen PFC (Perfluorcarbon). 
«Die Wahrheit ist einfach und steht in Gianettis medizinischem Dossier, das jetzt in den Händen der Waadtländer Justiz ist», erklärte Gérald Gremion im Sommer der Weltpresse. Und er bekam Unterstützung von Dr. Jean-Pierre Randin. Mauro Gianetti drohte den Ärzten mehrmals mit einem Verleumdungsprozess ­ doch Klage hat er nie eingereicht. Nun setzt sich Anwalt Tuto Rossi für seinen Klienten Mauro Gianetti mit allen Mitteln ein. So fuhr der Anwalt der TV-Redaktion von «10 vor 10» an den Karren. Mit einer superprovisorischen Verfügung, ausgestellt vom Locarneser Richter Gianfranco Franscini, verbot er den TV-Leuten, Mauro Gianetti in der Sendung vom Mittwoch namentlich zu erwähnen oder im Bild zu zeigen. Das ist Ausdruck der Unschuldsvermutung und deckt sich mit Gianettis Beteuerung, nicht gedopt zu haben. Und Gianetti fordert von zwei Lausanner Ärzten Schadenersatz: Jean-Pierre Randin soll 900000 Franken, Gérald Gremion gar 3 Millionen Franken ins Tessin überweisen. Gremion wird sich wehren. «Die Geldforderung kann doch nur Spass sein! Das macht doch keinen Sinn.» Sein Anwalt wird sich um die Sache kümmern.  Gremion zu BLICK: «Ich wollte nie jemanden persönlich angreifen oder ihm Schaden zufügen. Ich wollte nur die Bevölkerung warnen, dass die Einnahme von PFC sehr gefährlich sein kann!» Beide Ärzte hatten beim Waadtländer Staatsanwalt Klage wegen Körperverletzung gegen Unbekannt eingereicht.
Gianetti könnte den Fall selbst lösen. Indem er die Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbindet. Und er könnte sein medizinisches Dossier dem Untersuchungsrichter übergeben. Eine Antwort auf die entscheidende Frage, ob Gianetti wirklich gedopt hat oder nicht, könnten die Ärzte geben. Vor allem die Ärztin, die Mauro das Leben gerettet hat.


Blutersatzstoffe--Gesundheitsmagazin (12.09.2000)
Bei großen Operationen können Blutkonserven lebenswichtig   sein. Doch Spenderblut ist knapp. Wissenschaftler erforschen
deshalb Wege, Blutersatzstoffe herzustellen. Entscheidend dabei ist, dass der Sauerstofftransport reibungslos funktioniert. Natürlicherweise übernimmt das der rote Blutfarbstoff Hämoglobin. Bei einem Verfahren werden die winzigen Hämoglobinmoleküle aus tierischem Blut herausgelöst. Anschließend werden sie gereinigt und zu Riesenmolekülen verkettet, da sie sonst sofort über die Niere ausgeschieden würden. Es gibt auch künstliches Blut: Vollständig chemisch gewonnene Sauerstoffträger sind zurzeit in der Testphase. Die so genannten Perfluorocarbone können wie Hämoglobin Sauerstoff aufnehmen und wieder abgeben. Beide Ersatzstoffe wirken jedoch nur begrenzte Zeit. Sie könnten in Zukunft bei Operationen und Verkehrsunfällen zum Einsatz kommen, um vorübergehend die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff sicherzustellen. Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Thomas Standl  Klinik f. Anästhesiologie  Universitätskrankenhaus Eppendorf Martinistr. 52  20246 Hamburg  Fax 040 / 42803-5024

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Doping ist die Anwendung verbotener leistungssteigernder Wirkstoffe. Im Hochleistungssport wird Doping als "natürliche"
Begleiterscheinung angesehen. Die Medien verurteilen gedopte Sportler, aber das Publikum verlangt nach immer neuen Rekorden und es geht um viel Geld. Der Sportjournalist Martin Krauss beschreibt die Geschichte des Dopings, informiert ausführlich über die Methoden des Dopinggebrauchs und untersucht die sportpolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte des Umgangs mit Doping.